Schöne Bescherung: Positivstress und Achtsamkeit

Spekulatius im September, Oblatenlebkuchen im Oktober und Nussknacker im November – niemand darf jetzt noch ernsthaft behaupten, nicht vorgewarnt gewesen zu sein. Doch dann geht es trotz der vielen Vorzeichen in den Supermarktregalen plötzlich ganz schnell und Weihnachten steht vor der Tür! Manche genießen diese Zeit aus vollem Herzen. Unsere zehnjährige Tochter zum Beispiel: Sie […]

Schöne Bescherung: Positivstress und Achtsamkeit

Spekulatius im September, Oblatenlebkuchen im Oktober und Nussknacker im November – niemand darf jetzt noch ernsthaft behaupten, nicht vorgewarnt gewesen zu sein. Doch dann geht es trotz der vielen Vorzeichen in den Supermarktregalen plötzlich ganz schnell und Weihnachten steht vor der Tür! Manche genießen diese Zeit aus vollem Herzen. Unsere zehnjährige Tochter zum Beispiel: Sie hat schon Anfang November die verbleibenden Tage bis Weihnachten und Neujahr auf das Familien-Whiteboard gekritzelt und kreuzt täglich voller Vorfreude eine weitere Zahl durch. Jede freie Minute bastelt sie an Geschenken. Gestern verkündete sie, dass sie schon fast alles fertig habe. Ich selbst beneide sie um ihren lustvollen und gelassenen Umgang mit der Vorweihnachtszeit. Egal wie oft ich Besserung schwöre – die letzten Wochen arten für mich dann doch häufig in Stress aus.

„Na und?“, fragt Urs Willmann in Stress und erklärt, warum die zwangsläufige Begleiterscheinung der Moderne zu Unrecht einen so schlechten Ruf genießt. Oft genug setzen wir uns dem Stress bewusst aus: Etwa, wenn wir einen Thriller anschauen oder Grenzerfahrungen im Sport suchen. Oder denken Sie an Ihre erste Liebe, den Hauskauf oder eine gelungene berufliche Herausforderung – alles stressige Situationen, die Ihnen hoffentlich am Ende ein Glücksgefühl bescherten. Willmann empfiehlt Leidenschaft statt Entschleunigung. Denn: „Wer nichts tut oder nichts tun kann, leidet am häufigsten unter Stress.“ Entscheidend ist, dass kurzzeitiger Stress nicht in Dauerstress ausartet.

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Positivstress und Achtsamkeit schließen einander übrigens nicht zwangsläufig aus. Vielmehr ist die bewusste Wahrnehmung im Hier und Jetzt eine hilfreiche Ergänzung zur Stressumdeutung: „Achtsamkeit übt und bewirkt Gelassenheit“, schreibt Ralf Braun in Mindful@work. Indem Sie sich auf den Moment und Ihren Atem konzentrieren, Multitasking vermeiden und regelmäßig Pausen machen, kämpfen Sie gegen den Eindruck, fremdbestimmt zu handeln – ein Zustand, der bekanntermaßen negativen Dauerstress zur Folge hat.

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Dass diese wenig erforschte Methode zum Umgang mit Stress nicht für jeden geeignet ist, darauf weist Dawn Foster im Guardian-Artikel Macht Achtsamkeit uns krank? hin. Vor allem bei Menschen, die bereits unter seelischen Störungen leiden, kann die konzentrierte Selbstbeobachtung durch Meditation mehr schaden als nutzen.

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Warum aber bereitet uns der bloße Gedanke an die Zeit und daran, wie wir sie am sinnvollsten ausfüllen, überhaupt so viel Stress? Dieser Grundsatzfrage geht Thomas Vašek in Zeit leben nach. Eigentlich ist es ein Paradox: Durch technische Hilfsmittel „sparen“ wir immer mehr Zeit ein – und fühlen uns gehetzter denn je. Laut Vašek müssen wir zunächst die Vorstellung begraben, Zeit sei eine objektive, lineare und planbare Ressource: „Jeder Mensch empfindet die Zeit anders. Wir alle haben unsere Eigenzeit.“ Es gilt, Puffer für Unvorhergesehenes und Abwehrstrategien gegen Zeitdiebe in sein Leben einzubauen. Und wir sollten uns klarmachen, wie und mit wem wir unsere Zeit am liebsten verbringen.

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Klingt gut. Ein Blick auf die Kreuze am Whiteboard sagt mir aber: 26 Mal werden wir noch wach – heißa dann ist Weihnachtstag! Eine halbe Ewigkeit für unsere Tochter. Und höchste Zeit für mich, endlich mit einigen Vorbereitungen zu beginnen …

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Sechs Monate DSGVO: Hurra, wir leben noch!

Vor sechs Monaten konnten wir uns vor Einwilligungsmails kaum retten: Am 25. Mai 2018 endete die Übergangsfrist zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der EU geschaffen hat. Begleitet wurde der Stichtag von großer Unsicherheit und medialer Panikmache. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, so hieß es, würden […]

Sechs Monate DSGVO: Hurra, wir leben noch!

Vor sechs Monaten konnten wir uns vor Einwilligungsmails kaum retten: Am 25. Mai 2018 endete die Übergangsfrist zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der EU geschaffen hat. Begleitet wurde der Stichtag von großer Unsicherheit und medialer Panikmache. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, so hieß es, würden von dem Bürokratiemonster regelrecht erdrückt. Der PayPal-Mitgründer Peter Thiel verdammte die Verordnung gar als „Chinesische Mauer von Europa“ und mit Blick auf die europäische Start-up-Szene als „ganz dummes Eigentor“. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ließ drei Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vermelden, dass mehr als die Hälfte der befragten deutschen Digitalunternehmen mit einem Umsatzrückgang rechne. Verbraucherschützer wiederum kritisierten, dass die DSGVO in der Praxis kaum zu einer Ermächtigung der Konsumenten geführt habe. Vielmehr gehe es den meisten Unternehmen nur darum, sich rechtlich abzusichern und eine Abmahnung zu umgehen.

Fest steht: Die von manchen angekündigte Katastrophe ist bisher ausgeblieben. Weder ist eine große Abmahnwelle übers Land gerollt, noch wurden massenweise kleine Handwerksbetriebe oder innovative Start-ups in den Ruin getrieben. Doch was steckt überhaupt hinter dem Versprechen von Big Data, dem vermeintlichen Öl des 21. Jahrhunderts? Noch fehle der passende Motor dazu, so das nüchterne Fazit in dem Bilanz-Artikel Die Big-Data-Lüge. Als „Bullshit-Generator“ bezeichnet ein Medizinstatistiker gar Versuche, Algorithmen zur Diagnose von Krankheiten einsetzen zu wollen. Tatsächlich hat Big-Data-gestützte Werbung bisher nur Google und Facebook echtes Geld eingebracht. Und die DSGVO erschwert es IT-Firmen zusätzlich, irgendeinen Nutzen aus den gesammelten Daten zu ziehen.

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Anders sieht es aus mit der Recherche von Daten: Der Impulse-Artikel Was Google nicht findet ermutigt Unternehmensverantwortliche, lieber ein paar Euro in die kostenpflichtige Datenbankrecherche zu investieren, als sich auf die angeblich allwissende Datenkrake zu verlassen. Doch auch hier ist aufgrund der DSGVO Vorsicht angebracht: Die Verwendung personenbezogener Daten ist nur zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse Ihrerseits besteht oder die betreffende Person ihre Einwilligung dazu gegeben hat.

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Dass es bei Big-Data-Anwendungen nicht in erster Linie um den unmittelbaren Cashflow geht, betonen die Autorinnen von People Analytics in der Praxis. Die Datenanalyse macht HR-Verantwortliche vielmehr zu Strategen und Innovatoren, die Zukunft mitgestalten, anstatt Vorkommnisse aus der Vergangenheit zu analysieren. Auch hier gilt: Die Auswertung von Mitarbeiterdaten unterliegt dem durch die DSGVO verschärften Datenschutz. Ein Bezug zu Einzelpersonen darf nur unter besonderen Bedingungen hergestellt werden, und ein Datenschutzbeauftragter sollte auf jeden Fall in alle People-Analytics-Projekte eingebunden werden.

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Letztlich zeigen die Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele zum Thema vor allem eines: Daten sind für sich genommen weder gut noch böse, weder profitabel noch unrentabel. Sie sind vor allem das, was Unternehmen aus ihnen machen – vorausgesetzt, die Besitzer der Daten stimmen dem zu. Der ideale Motor zur Datenverarbeitung wurde noch nicht entwickelt, und auch die DSGVO hat nicht alle Probleme beim Datenschutz aus der Welt geschafft. Aber sie ist ein wichtiger erster Schritt.

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Unsichtbare Revolution

Heute funktionieren noch viele Unternehmen wie zu Zeiten der industriellen Revolution: Im Cockpit gibt man den Befehl, im Maschinenraum wird pariert. Gleichzeitig schielen die behäbigen Kolosse auf die schnellen, agilen Start-ups und wollen am liebsten ihre Erfolgsprinzipien übernehmen. Das klappt aber meist nicht. Die Mitarbeiter sind bemüht, das Unternehmen am Laufen zu halten, fühlen sich […]

Unsichtbare Revolution

Heute funktionieren noch viele Unternehmen wie zu Zeiten der industriellen Revolution: Im Cockpit gibt man den Befehl, im Maschinenraum wird pariert. Gleichzeitig schielen die behäbigen Kolosse auf die schnellen, agilen Start-ups und wollen am liebsten ihre Erfolgsprinzipien übernehmen. Das klappt aber meist nicht. Die Mitarbeiter sind bemüht, das Unternehmen am Laufen zu halten, fühlen sich aber schnell überfordert. Noch dazu, wenn sie in einer Schattenorganisation die Dinge effizient erledigen müssen, die auf dem offiziellen Weg von Weisung und Kontrolle nicht mehr funktionieren. Wenn die Wissensarbeiter von heute sowieso alle „Chefs“ sind, muss auch die Organisationsstruktur des Unternehmens diesen Wandel mitmachen, meint Hermann Arnold. Wie das geht, erklärt er im Interview.

getAbstract: Ihrer Meinung und Erfahrung nach läuft etwas schief in deutschen Unternehmen – was genau?

Mitarbeiter fühlen sich ähnlich wie in Das Schloss von Kafka: In der Wikipedia steht: „Das Schloss mit seiner Verwaltung scheint durch einen gewaltigen, undurchschaubaren bürokratischen Apparat jeden Einzelnen […] zu kontrollieren und dabei unnahbar und unerreichbar zu bleiben.“ Gleichzeitig, und das erzählt Kafka nicht, fühlt sich der König im Schloss unfähig, sein Reich zu regieren. Und die Fürsten dazwischen werden zerrieben durch den Druck von oben und von unten. Kommt Ihnen das bekannt vor?

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getAbstract: Ich denke, diese Erfahrung hat sicher jeder schon einmal gemacht. Sie sprechen in Ihrem Buch von einer „Schattenorganisation“ in einigen Unternehmen. Was ist damit gemeint?

Grundsätzlich gibt es in jedem Unternehmen eine Schattenorganisation – und größtenteils ist sie sogar positiv. Der „kurze Dienstweg“ ermöglicht, dass Kunden unkompliziert Lösungen erhalten und Dinge vorangehen. Viele Kassenschlager von Unternehmen wurden im Schatten entwickelt.

getAbstract: Aber Sie sprechen auch davon, dass die Schattenorganisation gefährlich ist …

Schatten entsteht, weil nicht mehr alles kontrollierbar ist. Gleichzeitig sind viele Anweisungen und Regeln entweder unsinnig oder unwirksam. Und hier beginnt die Gefahr: Wenn ich sehe, dass mein Chef seine Anweisungen „kreativ interpretiert“, warum sollte ich das nicht auch mit seinen Anweisungen tun? Und wenn ich das so mache, warum nehme ich an, dass meine Mitarbeiter sich an meine Anweisungen halten? Das führt zu einer massiven Erosion von Autorität und öffnet den Raum für Missbrauch. Finanz- und Abgasskandale lassen grüßen. Aber es führt auch zu Willkür. Wenn es eh nur funktioniert, indem man sich über gewisse Regeln hinwegsetzt, so ist man auf den guten Willen der Mächtigen anwiesen. Wenn man aus der Gnade fällt, kann man einfach als Regelbrecher an den Pranger gestellt werden.

getAbstract: Mitarbeiter, Organisation und Infrastruktur bezeichnen Sie als das „Betriebssystem des Unternehmens“. Wie funktioniert das Betriebssystem-Update, wenn sich Mitarbeiter selbstständig organisieren sollen?

Das ist leider nicht so einfach. Kleine Verbesserungen geschehen laufend. Wenn es aber um sprunghafte Änderungen geht, dann funktioniert das in der Regel in einem bestehenden Unternehmen nicht. Dies geschieht außerhalb, in neuen Einheiten. Man sieht es bei den Unternehmen, die in die digitale Welt hineingeborenen wurden. Sie sind viel schlanker aufgestellt. Mitarbeiter können, dürfen und müssen sich stärker einbringen. Die Werkzeuge fühlen sich eher so leicht an, wie wir es als Konsumenten gewohnt sind – und nicht so schwer und veraltet wie in Großunternehmen.

getAbstract: Das bedeutet: Große Unternehmen brauchen neue Units, die alles etwas anders machen?

Ja, ich bin inzwischen zur Überzeugung gelangt, dass große Würfe in großen Unternehmen am besten durch neue Einheiten funktionieren, die dann die bestehenden Einheiten „aufsaugen“ und nicht umgekehrt. In gewissem Rahmen geht es auch durch mutige Einheiten in einem bestehenden Unternehmen, die den Schatten für Verbesserungen nutzen – und bei Erfolg Nachahmer finden. Das nennen wir „Roll-in“, im Gegensatz zu „Roll-out“ von Reorganisationen.

getAbstract: Die Regeln der Selbstorganisation sollten möglichst einfach sein, schreiben Sie …

Je komplizierter Regeln sind, desto schwieriger ist es, diesen zu folgen. Deshalb müssen wir danach streben, das Regelwerk einfach zu halten. Einstein formulierte diese Maxime – aber auch deren Grenze – sehr treffend: „Man muss die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“

getAbstract: Und geht das?

Das Schöne ist, dass der Mensch vernunftbegabt ist. Häufig machen wir Regeln, weil etwas schiefgelaufen ist und wir eine Wiederholung verhindern wollen. Damit machen wir das Leben für ca. 90 Prozent der Menschen schwieriger, die sich eh richtig verhalten würden. Die 10 Prozent, die es falsch machen, lassen sich meist auch nicht durch Regeln abhalten.
Im alten Rom war jener ein guter Jurist, der einen Sachverhalt mit möglichst wenig Regeln klären konnte. Das ist heute leider anders. Wir versuchen, Menschen zu programmieren, anstatt einen Rahmen für den gesunden Menschenverstand und das persönliche Gewissen zu schaffen.

Wichtiger als viele Regeln sind die Konsequenzen. Heute haben Regelverstöße in Unternehmen und auch darüber hinaus wenig Konsequenzen, insbesondere für die Privilegierten. Damit unterminiere ich jedes Regelwerk. Konsequenzen sind notwendig, dass sich die „Guten“ weiterhin an Regeln halten, weil die „Bösen“ bestraft werden. Wenn die „Bösen“ keine Konsequenz erleben, werden sich zunehmend weniger „Gute“ regelkonform verhalten. Das ungelöste Problem der Spülmaschine im Büro verdeutlicht anschaulich, was ich meine …

getAbstract: Die Unternehmenskultur ändert man nicht über Nacht. Wie kann es gelingen, hier die Weichen richtig zu stellen?

Es beginnt damit, Kultur nicht als gottgegeben anzusehen. Viele betrachten die Unternehmenskultur als etwas, das man nicht aktiv gestalten kann. Kultur beeinflusst man, indem sich Vorbilder in kulturprägenden Momenten vorbildlich verhalten. Auch in jenen Momenten, in denen sie sich unbeobachtet fühlen. Wenn wirklich der Wurm drin ist, dann geht es nur durch externe „Schocks“ oder neue Einheiten, die mit einer neuen Kultur starten – und dann langsam das Mutterschiff aufsaugen.

getAbstract: Um mal auf Ihren Buchtitel zu kommen: Wie wandelt sich die Rolle des Chefs, wenn alle Chef sind?

Er oder sie muss folgen lernen. Dies ist eine der am wenigsten beleuchteten Kompetenzen, die wir heute benötigen. Und doch ist sie die logische Konsequenz: Wenn jede und jeder führen soll, dann muss auch jede und jeder folgen. Und das gleichzeitig – in unterschiedlichen Konstellationen.

Mehr von Hermann Arnold zum Thema Agilität gibt es auf Karriereboost.

Über den Autor

Hermann Arnold versteht sich als Erforscher und Ermutiger neuer Formen der Zusammenarbeit und der Führung. Er ist Mitgründer und Präsident des Verwaltungsrates von Haufe-umantis, einem der weltweit führenden Anbieter von Software und Expertise im Bereich Talent Management. Gemeinsam mit Kollegen und Kunden entwickelt er neue Ansätze für die Arbeitswelt der Zukunft.

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Talk like TED

  Haben Sie auch schon mal einen TED-Vortrag angesehen und bei sich gedacht: So lebhaft, überzeugend und charismatisch müsste man reden können. Wie schaffen die das nur? Laut Chris Anderson, seit 2002 Kurator von TED, ist die Kunst der öffentlichen Rede leichter zu erlernen, als viele meinen. Entscheidend, schreibt er in TED Talks, sei die […]

Talk like TED
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Haben Sie auch schon mal einen TED-Vortrag angesehen und bei sich gedacht: So lebhaft, überzeugend und charismatisch müsste man reden können. Wie schaffen die das nur? Laut Chris Anderson, seit 2002 Kurator von TED, ist die Kunst der öffentlichen Rede leichter zu erlernen, als viele meinen. Entscheidend, schreibt er in TED Talks, sei die Idee selbst. Egal ob eine Erfindung oder eine Theorie, eine Handlungsanleitung oder eine Erinnerung: „Eine Idee ist alles, was die Sichtweise anderer Menschen verändern kann.“ Anderson erklärt in seinem praktischen Handbuch, wie Sie einen roten Faden entwickeln, eine Beziehung zum Publikum aufbauen und die Überzeugungskraft von Geschichten nutzen. Und er fasst die wichtigsten Tipps auf gewohnt mitreißende Art vor laufender Kamera zusammen: Mit dem TED-Rezept zum mitreißenden Vortrag.

 

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Dass dieses Rezept funktioniert, belegt eine kleine Auswahl der vielen Tausend veröffentlichten Vorträge. Beispiel Humor und Anekdoten: In dem kurzweiligen TED Talk Wie Sie vor stressigen Situationen die Ruhe bewahren verdeutlicht der Neurowissenschaftler Daniel Levin die komplexe Wirkung von Stresshormonen anhand von selbstironischen Anekdoten, die suggerieren: Wir sitzen alle in einem Boot.

 

 

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Wie Sie sich auf einen Schwerpunkt konzentrieren und den roten Faden fest in der Hand behalten, führt Simon Sinek in dem TED-Talk-Klassiker Wie großartige Führungskräfte Menschen inspirieren meisterhaft vor: Eine simple Skizze aufs Flipchart gemalt, unterlegt mit starken Geschichten über große Persönlichkeiten, und fertig ist die Idee, die es wert ist, millionenfach verbreitet zu werden.

 

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Im TED-Universum tummeln sich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten, und an jeder lässt sich eine andere Technik studieren. In Wollen Sie kreativer werden? Gehen Sie spazieren! nimmt Marily Oppezzo ihr Publikum im wahrsten Sinne mit auf einen kurzen Spaziergang durch die Kreativitätsforschung. Sie lässt ihren Körper sprechen, und die Botschaft lautet: Steh auf und beweg dich!

 

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Amishi Jha schließlich spricht über ein Problem, mit dem selbst die Zuhörer der fesselndsten TED Talks zu kämpfen haben: Unaufmerksamkeit. Der Clou von Wie Sie Ihren abschweifenden Geist zähmen liegt darin, dass Jha ihr Publikum im Saal und vor dem Bildschirm dort abholt, wo sich das Problem mit Macht aufdrängt: beim Abschweifen der Gedanken, also ungefähr der Hälfte unserer wachen Momente. Eine verblüffend wirksame Methode, um sich uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu sichern.

 

„Vortragskompetenz ist eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts“, schreibt Chris Anderson. „Es ist die wirkungsvollste Möglichkeit, anderen zu vermitteln, wer Sie sind und was Ihnen am Herzen liegt.“ Und es ist eine Kompetenz, die Sie erwerben können. Zum Beispiel indem Sie beobachten, wie die Ideen begnadeter Rednerinnen und Redner Gestalt annehmen.

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Können, Wollen und Dürfen

Das große Ziel von Unternehmen ist nachhaltiger Erfolg. Das Rennen im Wettbewerb macht, wer die richtigen Dinge tut und schnell die richtigen Entscheidungen trifft. Damit dies gelingt, müssen Arbeitsprozesse optimal funktionieren und der Fokus aller Aktivitäten muss auf den Kunden ausgerichtet sein. Dies kann aber nur gelingen, wenn alle Mitarbeiter und Führungskräfte voll engagiert und […]

Können, Wollen und Dürfen

Das große Ziel von Unternehmen ist nachhaltiger Erfolg. Das Rennen im Wettbewerb macht, wer die richtigen Dinge tut und schnell die richtigen Entscheidungen trifft. Damit dies gelingt, müssen Arbeitsprozesse optimal funktionieren und der Fokus aller Aktivitäten muss auf den Kunden ausgerichtet sein. Dies kann aber nur gelingen, wenn alle Mitarbeiter und Führungskräfte voll engagiert und motiviert bei der Sache sind. Das klassische Dreieck des Könnens, Wollens und Dürfens spielt dabei eine große Rolle. Dafür brauchen die Mitarbeiter Freiräume und Wertschätzung. Was sie jedoch vorfinden, sind Hierarchien und starre Regeln. Ein Gefühl von Ohnmacht, Sinnlosigkeit oder auch Über- bzw. Unterforderung macht sich breit. Abhilfe schaffen optimale Arbeitsprozesse und eine Führung, die Potenziale fördert. Was hinter ihrem Buch Prozess- und teamorientierten Arbeitsformen steckt, erklärt Andrea Kruse-Bitour im Interview.

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getAbstract: In a nutshell: Was macht das Konzept der prozess- und teamorientierten Arbeitsformen (PTA) aus?

Im Gegensatz zu vielen Einzelinitiativen, die immer nur einen Teilbereich der Veränderung abdecken, ist PTA ein ganzheitlicher Ansatz, der alle notwendigen Aspekte einer Veränderung vollständig mit einbezieht. Hier werden nicht nur Arbeitsprozesse entschlackt und zukunftsfähig gestaltet, sondern auch die Arbeits- und Führungskultur weiterentwickelt. Damit Mitarbeiter und Führungskräfte handlungsfähig werden und ihre vollen kreativen Potenziale ausschöpfen können, werden auch die Organisations- und Arbeitsstrukturen neu überdacht und, wo immer es sinnvoll ist, agil gestaltet. Alle Mitarbeiter werden einbezogen und sind somit am Entstehungsprozess beteiligt. Alle Aktivitäten bleiben nicht in Theorien stecken, sondern werden sofort real sichtbar und erlebbar.

getAbstract: Welche Vorteile bietet das Konzept für Unternehmen?

Dadurch, dass alle Mitarbeiter und Führungskräfte mit einbezogen werden, macht PTA Betroffene zu Beteiligten. Das bedeutet, dass nicht fremde Berater oder ein bestimmter Kreis etwas vorgeben, das „man dann machen muss“. Stattdessen macht die gemeinsame Arbeit Freude und schafft Sinn. Das motiviert, denn es geht nicht wieder um eines von vielen Projekten, die mit viel Aufmerksamkeit und „trara“ gestartet werden und dann wieder sang- und klanglos im Nichts verschwinden. PTA ist eine langfristige, nachhaltige Weiterentwicklung.

getAbstract: Sie betonen, wie wichtig „Vertrauen und ein Wertewandel“ für PTA sind. Können Sie das erläutern? Und was machen Unternehmen, die bei sich bisher nicht gerade von einer Vertrauenskultur sprechen können?

Jeder ist nur so gut wie das, was man ihm zutraut. Es ist sehr traurig, zu sehen, wie viel Motivation, Wissen, Ideen und Engagement in Unternehmen existieren und nicht genutzt werden. Nur Offenheit und Vertrauen machen den Weg frei zu all dem Wertvollen, was im Unternehmen zu finden ist. Dazu braucht man aber in erster Linie das richtige Menschenbild, das im Mitarbeiter die wertvollste Kraft im Unternehmen sieht. Nur Mitarbeiter, die zu jeder Zeit an jedem Ort den Kundenwunsch im Fokus haben, werden ein Unternehmen erfolgreich machen. Das wird aber nur eintreten, wenn Mitarbeiter erkennen, dass sie wertvoll und wichtig sind, dass sie wertgeschätzt werden. Unternehmen, die bisher nicht gerade von einer Vertrauenskultur sprechen können, sind gut beraten, dies schnell zu ändern. Sonst laufen sie Gefahr, auf einem immer knapper werdenden Arbeitsmarkt nicht mehr die gewünschten Mitarbeiter zu finden und im Wettbewerb nicht zu bestehen.

getAbstract: Nehmen wir an, ein Unternehmen möchte PTA einführen: Welche Herausforderungen stellen sich gemäß Ihren Erfahrungen am häufigsten?

Die meisten Unternehmen haben schon zahlreiche Programme, Projekte und Ansätze umgesetzt, um sich weiterzuentwickeln. Manches davon gelingt, doch vieles wird auch aufgegeben, ohne dass sich nennenswerte Verbesserungen eingestellt haben. Betroffene erwarten „die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird“. Viele haben schlechte Erfahrungen gemacht und stehen jedem Neuen kritisch gegenüber. In der Regel gibt es zunächst keine offenen Türen, sondern Abwehrverhalten. Vertrauen muss man sich als Unternehmen erst erarbeiten. Hier sind nicht nur Worte, sondern sichtbare Ergebnisse gefragt, die überzeugen. Wenn die Mitarbeiter sehen, was bei der Einführung von PTA geschieht, sind sie erst ungläubig erstaunt und bald begeistert und machen mit. Das zeigt die Erfahrung.

getAbstract: Sie erwähnen, dass es in vielen großen Unternehmen viel Hierarchie, aber wenig Führung gibt. Woran liegt das?

Viele Unternehmen existieren schon seit der Gründerzeit. Das Vorbild für die erfolgreiche Führung ungelernter Hilfskräfte war das Militär. Die Zeiten haben sich grundlegend gewandelt, doch diese Strukturen leben an vielen Stellen bis heute fort. Heute sind alle Mitarbeiter gut ausgebildet. Arbeitsprozesse und Problemstellungen werden immer komplexer, Qualitätsanforderungen der Kunden steigen. Die Führungsanforderung kann man heute eher mit Leadership beschreiben: Richtung weisen, vorausgehen, unterstützen, begleiten. Leadership zielt darauf ab, die Potenziale der Mitarbeiter zu erkennen und für das Unternehmen zu nutzen und weiterzuentwickeln. Die alten tayloristischen Strukturen passen in den meisten Fällen nicht mehr zu heutigen Anforderungen. Viele Führungskräfte sehen sich jedoch durch Veränderungen an diesen Strukturen bedroht und entwickeln Verlustängste und Widerstände.

getAbstract: Und wie könnten die betroffenen Unternehmen das verbessern – oder ist das in den meisten Fällen ein hausgemachtes“ Phänomen, das womöglich sogar bewusst in Kauf genommen wird?

Es ist eine Frage, ob Unternehmen dieses Thema als elementar und zukunftsbestimmend für ihre Weiterentwicklung erkennen. Ist dies der Fall, dann geht es nur darum, diese Weiterentwicklung positiv und sinnvoll für alle zu gestalten. Und das ist möglich!

Mehr von Andrea Kruse-Bitour zum Thema PTA gibt es auf Karriereboost.

Über die Autorin

Andrea Kruse-Bitour hat ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Organisationsentwicklung, Personalwesen, Psychologie und Marketing absolviert. Heute ist sie Senior Manager Quality and Continuous Improvement in einem großen Chemieunternehmen. Sie verfügt über Qualifikationen als Systemische Beraterin, Suggestopädie (nach DGSL), ist Lean Expertin (TU Darmstadt) und Lean Trainerin (TU Darmstadt).

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Der populistische Bumerang

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Freundin, die gerade aus ihrer Heimatstadt Krakau nach Mittelitalien zurückgekehrt war, wo sie seit 15 Jahren wohnt. Sie schwärmte davon, wie makellos und aus dem Ei gepellt es in Polen heute aussehe: Straßen ohne Schlaglöcher, vorbildliche Spielplätze, Mülltrennung überall. Kein Vergleich mit dem – in ihren Augen […]

Der populistische Bumerang

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Freundin, die gerade aus ihrer Heimatstadt Krakau nach Mittelitalien zurückgekehrt war, wo sie seit 15 Jahren wohnt. Sie schwärmte davon, wie makellos und aus dem Ei gepellt es in Polen heute aussehe: Straßen ohne Schlaglöcher, vorbildliche Spielplätze, Mülltrennung überall. Kein Vergleich mit dem – in ihren Augen – heruntergekommenen, verarmten Italien. Das hat mich nachdenklich gestimmt. Wie kommt es, dass einige Länder mehr und andere weniger von der Globalisierung profitieren? Was braucht es zum Erfolg? Und wie ist es überhaupt zu dem massiven Wohlstandsgefälle in der Welt gekommen?

Inklusive Institutionen

In Warum Nationen scheitern gehen die Autoren genau diesen Fragen auf den Grund. Für sie liegt die Antwort in den inklusiven Institutionen des Westens: ein System kollektiver Meinungsfindung verbunden mit einem Wirtschaftssystem, das möglichst breite Bevölkerungsgruppen einschließt und zur Teilhabe ermutigt. Autoritäre Regime wie in Russland und China, die auf extraktiven Institutionen aufbauen, sind das Gegenmodell dazu. Nach Ansicht der Autoren hat der Westen seinen heutigen Wohlstand einer pluralistischen Gesellschaftsordnung zu verdanken: „Es war weder historisch noch geografisch noch kulturell vorbestimmt, dass ausgerechnet die Europäer die Welt kolonisierten. Es hätten genauso gut die Chinesen oder sogar die Inka sein können.“

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Von der Demokratie zur Plutokraten

Angus Deaton argumentiert in Der große Ausbruch ähnlich. Zunächst einmal stellt er fest: Der Menschheit geht es besser als je zuvor, und das haben wir vor allem dem modernen Wirtschaftswachstum seit Beginn der industriellen Revolution zu verdanken. Die Grundvoraussetzungen für dieses Wachstum sind ein stabiles Rechtswesen, relative Chancengleichheit und ein gesellschaftliches Klima, das Bildung und Innovationen begünstigt. Genau diese Voraussetzungen seien in der einstigen Führungsnation der liberalen Demokratien heute nicht mehr erfüllt: Die USA sind laut Deaton auf dem Weg, sich in eine Plutokratie zu verwandeln, in der die Reichen sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung verabschieden.

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Populisten auf dem Vormarsch

Wohin diese wachsende Kluft zwischen Regierungseliten und Regierten geführt hat, beschreibt der renommierte Historiker Heinrich August Winkler in Zerbricht der Westen? Er sieht das normative Projekt des Westens mit seinem Glauben an universelle Menschenrechte ernsthaft in Gefahr. In Ungarn geht Viktor Orbán inzwischen ungeniert mit dem Projekt eines „illiberalen Staates“ auf Wählerfang. In Polen höhlt die nationalkonservative Regierung seit 2015 systematisch den Rechtsstaat aus, und in Italien droht die populistische Regierung damit, die gesamte Nachkriegsordnung auf den Kopf zu stellen.

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Wer ist schuld?

Womit wir wieder bei meiner polnischen Freundin wären, die übrigens große Stücke auf die PiS-Regierung hält. Sie weiß wie die meisten ihrer Landsleute sehr wohl, woher das Geld für die neuen Straßen, Spielplätze und Recyclingmülleimer stammt: aus den Subventionstöpfen der EU, genau der Institution, der die polnische Regierung eine lange Nase dreht. Meine Freundin ist sich bewusst: „Den Geldhahn werden sie uns wohl bald zudrehen.“

Eines scheint sicher – nicht nur in Polen, sondern überall in der westlichen Welt: Sollten die mehr oder weniger fetten Jahre irgendwann zu Ende gehen, dann werden die Wähler der Populisten allem Möglichen die Schuld geben, nur nicht dem einen Ziel, das autoritäre Systeme über sämtliche ideologischen Grenzen hinweg vereint: der Aushöhlung demokratischer, inklusiver Institutionen und der Zerstörung pluralistischer Gesellschaften.

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Mit Powerfood gegen den Herbstblues

So schnell kann es gehen: Eben noch am Badestrand gelegen, und schon ist es Herbst. Die Bäume werden erst bunt, dann kahl, die Tage kürzer und trüber und viele Gesichter immer länger, je weniger Licht auf sie scheint. Manche Menschen erkranken an einer Herbst- und Winterdepression: laut Schätzungen etwa 3 Prozent der Erwachsenen in Europa. […]

Mit Powerfood gegen den Herbstblues

So schnell kann es gehen: Eben noch am Badestrand gelegen, und schon ist es Herbst. Die Bäume werden erst bunt, dann kahl, die Tage kürzer und trüber und viele Gesichter immer länger, je weniger Licht auf sie scheint. Manche Menschen erkranken an einer Herbst- und Winterdepression: laut Schätzungen etwa 3 Prozent der Erwachsenen in Europa. Symptome sind übermäßige Müdigkeit und permanenter Heißhunger – vor allem auf Süßes.

In Gesund und schlank durch Kurzzeitfasten präsentiert Daniel Roth bewusst kein Wundermittel gegen ungewollte Gewichtszunahme, sondern einen pragmatischen Ansatz für Genießer: über einen selbst gewählten Zeitraum – 16 oder 18 Stunden pro Tag bzw. 24 Stunden alle zwei Tage – zu fasten und die restliche Zeit ohne schlechtes Gewissen zu essen, was man will. Der Vorteil gegenüber einer klassischen Diät: Der Stoffwechsel wird nicht heruntergefahren. Anstatt Muskelmasse abzubauen, attackiert Ihr Körper während der Verzichtsphasen die überflüssigen Fettdepots. Und Sie beginnen irgendwann automatisch, bewusster zu essen, nicht weil Chips und Schokolade „verboten“ wären, sondern weil Sie einfach mehr Lust auf Karotten und Käse bekommen.

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In dem Moment purzeln nicht nur die Pfunde, sondern Sie erhöhen auch Ihre Chancen auf ein längeres Leben: Der Anti-Aging-Mediziner Bernd Kleine-Gunk entlarvt in 15 Jahre länger leben die Ideen transhumanistischer Langlebigkeitsapostel als substanzlose Spinnerei. Aber er sagt klipp und klar: Wenn Sie Kalorien reduzieren – etwa durch Kurzzeitfasten – , konsequent Sport treiben und sich gesund ernähren, dann können Sie Ihr Leben durchaus um viele erfreuliche Jahre verlängern. Denn letztlich steckt hinter allen Alterungsprozessen der gleiche chemische Prozess: Oxidation. Diese kann der menschliche Körper aus eigener Kraft verlangsamen, wenn man ihn bei seinem Abwehrkampf unterstützt. Sie können auf diese Weise typischen Alterskrankheiten wie Arteriosklerose und Osteoporose, Demenz und Krebs vorbeugen bzw. ihr Auftreten möglichst lange hinauszögern.

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Wie das im Fall von Krebs genau funktioniert und welche Lebensmittel besonders krebshemmend wirken, haben die Autoren von Krebszellen mögen keine Himbeeren zusammengetragen. Natürlich, mag man da denken, das weiß doch jeder. Aber haben Sie gewusst, dass der gute alte Kohl das wirkungsvollste Gemüse in der Krebsprävention ist? Dass Tomaten die Entstehung von Melanomen verhindern können und der maßvolle Genuss von Rotwein, Kaffee und Schokolade wärmstens empfohlen wird? Entscheidend ist, dass wir alte Gewohnheiten dauerhaft umstellen und dass uns ein gesunder Lebenswandel im wahrsten Sinne in Fleisch und Blut übergeht.

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Herbst und Winter eignen sich dafür auf den ersten Blick vielleicht weniger gut. Umgekehrt: Wenn nicht jetzt, wann dann? Auf jeden Fall könnten die genannten Tipps helfen, den Blues zur dunklen Jahreszeit zu vertreiben. Und zwar auf Nimmerwiedersehen.

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getAbstract International Book Award 2018 auf der Frankfurter Buchmesse

Wir freuen uns, Ihnen die Gewinner des Jahres 2018 vorstellen zu dürfen: Kategorie deutschsprachig Das Digital: Goodbye, alter Kapitalismus! Datenreiche Märkte sind dabei, unsere Wirtschaft zu revolutionieren. Viktor Mayer-Schönberger war Professor in Harvard und hat heute den Lehrstuhl für Internet Governance in Oxford inne. Er ist auch Autor des Bestsellers Big Data. Thomas Ramge ist […]

getAbstract International Book Award 2018 auf der Frankfurter Buchmesse

Wir freuen uns, Ihnen die Gewinner des Jahres 2018 vorstellen zu dürfen:

Kategorie deutschsprachig

Das Digital: Goodbye, alter Kapitalismus! Datenreiche Märkte sind dabei, unsere Wirtschaft zu revolutionieren. Viktor Mayer-Schönberger war Professor in Harvard und hat heute den Lehrstuhl für Internet Governance in Oxford inne. Er ist auch Autor des Bestsellers Big Data. Thomas Ramge ist Journalist und Autor mehrerer erfolgreicher Bücher, darunter Die Flicks, das 2004 mit dem getAbstract International Book Award ausgezeichnet wurde.

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Meet up!: Schluss mit langweiligen Meetings! Dazu müssen Sie die Leute nur etwas „schubsen“. Martin J. Eppler ist Direktor des MCM-Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen. Sebastian Kernbach ist Dozent in St. Gallen und Leiter des Visual Collaboration Labs.

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Kategorie englischsprachig

Crunch Time: Lassen Sie sich vom zunehmenden Druck nicht ins Bockshorn jagen, erfinden Sie sich neu! Rick Peterson ist langjähriger Major League Baseball Pitching Coach und ein begehrter Motivationscoach. Judd Hoekstra ist Vizepräsident der Ken Blanchard Companies.

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Radical Technologies: Adam Greenfield kritisiert in seinem Buch, wie Smartphones und andere Technologien unsere Wahrnehmung negativ beeinflussen. Er unterrichtete als Teil des Urban-Design-Programms der UCL-Bartlett-Fakultät am University College London wie auch als Teil des Interactive-Telecommunications-Programms an der New York University. Greenfield ist Autor von Against the Smart City.

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Täglich prasseln unzählige Informationen über Medien und soziale Netzwerke im Sekundentakt auf uns ein. Es fällt mitunter schwer, den Überblick zu behalten und das Gehörte – in Zeiten von Fake News – einzuordnen. Bücher, die gut recherchiert und mit Sorgfalt verfasst sind, leisten einen wertvollen Beitrag, um bei den aktuellen Debatten auf dem Laufenden zu bleiben und Informationen sachlich zu bewerten. Einige der Bücher, die im vergangenen Jahr einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs geleistet haben, schafften es auf die Shortlist des 18. getAbstract International Book Award.

Kategorie englischsprachig

Zahlreiche Skandale um internationale Größen wie Donald Trump und Harvey Weinstein lösten im letzten Jahr heiße Diskussionen aus. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie Gleichberechtigung, Fairness und Nachhaltigkeit bis hin zur Macht der digitalen Geräte. Themen, die uns auch weiterhin beschäftigen werden.

Die Nominierten sind:

Kategorie deutschsprachig

Welche Chancen sich durch datengetriebene Services und die Digitalisierung ergeben, ist aktuell in der deutschsprachigen Bücherlandschaft ein zentrales Thema. Dabei stehen sowohl die Risiken als auch die Chancen im Fokus.

Die Nominierten sind:

  • Das Digital von Viktor Mayer-Schönberger / Thomas Ramge, Econ Verlag / Verlagsgruppe Ullstein Buchverlage
  • Das Internet muss weg von Schlecky Silberstein, Albrecht Knaus Verlag / Verlagsgruppe Random House
  • Meet up! von Martin Eppler / Sebastian Kernbach, Schäffer-Poeschel / Haufe Group
  • Mein Kopf gehört mir von Miriam Meckel, Piper Verlag
  • Radikal digital von Reinhard K. Sprenger, Deutsche Verlags-Anstalt / Verlagsgruppe Random House

Die Preisverleihung findet statt im Lesezelt der Frankfurter Buchmesse (Agora) am 10. Oktober 2018 von 16-17 Uhr. Wir laden Sie, liebe Leser, herzlich ein, die Gewinner mit uns zu feiern. Freuen Sie sich auf eine informative Veranstaltung und gute Gespräche mit unseren Autoren, Verlagspartnern, Journalisten und Mitgliedern des getAbstract-Teams. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Alles dumme Klickviecher

Social Media und Smartphones funktionieren wie Spielautomaten: Sind wir erst einmal angefixt, können wir nicht mehr ohne sie. Das gleiche Glücksgefühl wie ein Gewinn am einarmigen Banditen erzeugen auch Likes und Shares auf Facebook & Co. Jedes Klingeln, Summen, Piepen bewirkt einen kleinen Schuss Glückshormon im Gehirn. Doch diese Droge gibt es nicht umsonst. Der […]

Alles dumme Klickviecher

Social Media und Smartphones funktionieren wie Spielautomaten: Sind wir erst einmal angefixt, können wir nicht mehr ohne sie. Das gleiche Glücksgefühl wie ein Gewinn am einarmigen Banditen erzeugen auch Likes und Shares auf Facebook & Co. Jedes Klingeln, Summen, Piepen bewirkt einen kleinen Schuss Glückshormon im Gehirn. Doch diese Droge gibt es nicht umsonst. Der Einsatz: Daten, mit denen die Internetkonzerne Milliarden scheffeln. Ob nun Social Media, Handyspiele oder Clickbaiting-News: Das Internet hat aus intelligenten Usern dumme Klickviecher gemacht. Deshalb fordert Schlecky Silberstein in seinem gleichnamigen Buch: Das Internet muss weg. Warum, das erklärt er im Interview.

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getAbstract: Wenn man Ihr Buch liest, bekommt man den Eindruck, dass Sie auf das Internet richtig sauer sind. Wie kam es dazu – immerhin sind Sie mit ihrem Blog selbst sehr erfolgreich in diesem Medium?

Ohne das Internet hätte ich nie Karriere gemacht, da bin ich mir ganz sicher. Man kann auch sehr viel vom Internet behalten, aber die Dinge, die nicht funktionieren, sind so zerstörerisch, dass sich nahezu alle großen Probleme der Gegenwart auf das Internet, speziell auf Social Media, zurückführen lassen.

getAbstract: Warum ist Facebook verantwortlich für den Untergang des Qualitätsjournalismus?

Facebook ist so etwas wie der größte Zeitungskiosk der Welt. Eine Nachricht, die möglichst viele Menschen erreichen soll, muss entsprechend für Facebook optimiert sein. Mehrere Studien belegen, dass Lautstärke und polarisierende Inhalte deutlich mehr Reichweite erzielen als eine differenzierte Berichterstattung, die sich an die Regeln des guten Journalismus hält.

getAbstract: Fake News sind eine ernsthafte Bedrohung. Warum sind sie so erfolgreich?

Über Fake News kann man der Fantasie freien Lauf lassen und wirklich spektakuläre Geschichten erzählen. Der klassische Journalismus hat den Nachteil, dass man nur über das berichten darf, was wirklich passiert ist. Und das ist manchmal sehr langweilig.

getAbstract: Wir alle kennen das: eine reißerische Überschrift, die dazu verleitet, einen, meist boulevardesken Beitrag anzuklicken. Und dann kommt nur heiße Luft. Trotzdem sind diese vorhersehbar blöden Teaser erfolgreich. Warum sind Internetnutzer eigentlich so verdammt dumme Klickviecher?

Viele Menschen glauben, sie wüssten, wie Menschen funktionieren, weil sie selbst schon so lange Mensch waren. Das ist eine dramatische Fehleinschätzung. Seit über 100 Jahren entdeckt die Psychologie immer neue Wahrnehmungs-, Entscheidungs-, und Urteilsfehler, die ganz normal sind und in der Regel alle betreffen. Viele unserer Reflexe haben sich in einer Zeit ausgebildet, in welcher der Homo sapiens sein ganzes Schaffen darauf konzentriert hat, nicht zu sterben. Wenn wir heute auf doofe Headlines klicken, obwohl wir genau wissen, dass wir verarscht werden, liegt der Ursprung dieses Reflexes möglicherweise in der Nahrungssuche. Und die ist nichts anderes als ein System, in dem Überraschungen und Erwartungen unser Handeln prägen.

getAbstract: Denken wir mal an unsere Kinder – wie kann man sie vor den negativen Auswirkungen des Internets und der Social Media schützen. Beziehungsweise … kann man das überhaupt?

Zunächst sollten wir uns immer vor Augen führen, dass wir nicht wissen, was das Internet beziehungsweise adaptive Algorithmen mit den Gehirnen von Kindern machen. Es gibt noch keine Studien, vielleicht ist alles halb so wild. Aber wir sollten trotzdem so lange skeptisch bleiben, bis die Forschung Entwarnung gibt.

getAbstract: Wird das alles nicht noch schlimmer, wenn künstliche Intelligenzen zukünftig das Ruder in die Hand nehmen?

Künstliche Intelligenzen sind eine faszinierende Sache, aber man sollte ihnen nicht zu viel Verantwortung übertragen. Jeder Algorithmus wurde von fehlbaren Menschen programmiert, und selbst perfekt programmierte Algorithmen haben kein Bewusstsein darüber, dass sie möglicherweise in eine falsche oder gefährliche Richtung arbeiten.

getAbstract: Der Tech-Pionier Jaron Lanier sieht einen entscheidenden Fehler, der in der Entwicklung des Internets begangen wurde: den Versuch, alles kostenlos zu machen und gleichzeitig Techunternehmen wie Google oder Facebook fast kultisch zu verehren. Deshalb sei das Datenkraken-Modell entstanden, denn gezahlt wird freilich doch – aber eben mit Daten und der Bereitschaft, sich manipulieren zu lassen. Lanier schlägt vor, für alles künftig mit klingender Münze zu zahlen und damit das Datengeschäft auszutrocknen. Was halten Sie von dem Vorschlag?

Ich mag den Gedanken, aber wir sind leider schon zu weit. Hätten wir uns von Anfang an daran gewöhnt, auch im Internet für Dienste zu zahlen, wäre das eine andere Sache. Ich spreche mich dafür aus, das Datengeschäft per Gesetz zu verbieten.

Das Internet muss weg ist für den getAbstract International Book Award nominiert. getAbstract verleiht den Buchpreis am 10. Oktober 2018 zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse.

Über den Autor

Schlecky Silberstein ist Head Autor der Show Bohemian Browser Ballett und betreibt mit schleckysilberstein.com Deutschlands erfolgreichsten Blog für Webkultur. Seit 2017 kämpft er für mehr digitale Aufklärung und schwört: Die größten Probleme der Menschheit gehen zur Stunde exklusiv auf das Internet zurück.

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Mensch, mach doch!

Viele reden über die Digitalisierung wie über eine Naturkatastrophe: Schon bald, so der Tenor, werde sie über uns hereinbrechen und Millionen Stellen hinwegfegen. Unsinn, entgegnet der Führungsexperte Reinhard K. Sprenger. Der Autor von Radikal digital und Finalist für den diesjährigen getAbstract International Book Award ist überzeugt: Die Digitalisierung macht den Menschen nicht überflüssig. Im Gegenteil: […]

Mensch, mach doch!

Viele reden über die Digitalisierung wie über eine Naturkatastrophe: Schon bald, so der Tenor, werde sie über uns hereinbrechen und Millionen Stellen hinwegfegen. Unsinn, entgegnet der Führungsexperte Reinhard K. Sprenger. Der Autor von Radikal digital und Finalist für den diesjährigen getAbstract International Book Award ist überzeugt: Die Digitalisierung macht den Menschen nicht überflüssig. Im Gegenteil: Sie rückt ihn wieder in den Mittelpunkt des Geschehens.

[maxbutton id=“9″ url=“https://www.getabstract.com/en/summary/leadership-and-management/radikal-digital/32153?af=getabstract_blog “ ]

getAbstract: Herr Sprenger, viele sehen in der Digitalisierung der Arbeitswelt eine Bedrohung. Sie begrüßen diese als Chance. Warum?

Das ist ja die Pointe der Digitalisierung! Die digitale Technik der neuen Welt fördert paradoxerweise das, was die industrielle Technik unterdrückte: den Menschen als Gestalter, nicht nur als Ausführenden. In den Unternehmen konkretisiert sich dies als Wiedereinführung des Kunden, der Kooperation und der Kreativität. Das Allgemeine der Technik und das Effiziente treten in den Hintergrund; das Besondere des Menschen und das Effektive treten in den Vordergrund. Und das Spiel um die Zukunft wird an der Ideenfront entschieden – weil nicht Technologie Ideen erzeugt, sondern Ideen Technologie.

getAbstract: Sie schlagen vor, bewährte Managementmethoden und Strukturen abzuschaffen und das Unternehmen nur um Kundenprobleme herum zu organisieren. Das ist in der Tat radikal. Was tun bei internen Widerständen?

Man hat bei Veränderungen immer jene zu Gegnern, die aus dem Status Quo ihre Vorteile ziehen. Und dieser Status Quo ist nicht selten kundenignorant, manchmal gar kundenfeindlich. Man denke nur an die internen Zielvorgaben: Einige von den defensiven Kräften wird man gewinnen, wenn man plausibel machen kann, dass durch radikale Kundenzentrierung eine gemeinsame Zukunft ermöglicht wird. Von jenen, die dann immer noch veränderungsavers im Abfluss kreiseln, muss man sich trennen.

getAbstract: Viele Unternehmen nutzen die Bereitstellung von Homeoffice-Arbeitsplätzen zur Mitarbeiterbindung. Sie halten nicht viel davon. Warum nicht?

Das ist in dieser Verkürzung falsch. Ich empfehle nicht, das Homeoffice abzuschaffen. Man muss unterscheiden: Manche Tätigkeiten eignen sich für das Homeoffice, andere nicht. Manche Menschen eignen sich für das Homeoffice, andere nicht. Und alles, was man ins Extreme steigert, ist falsch – sowohl die Nähe, als auch die Vereinzelung. Die Frage berührt letztlich den Wesenskern des Unternehmens: Kooperation. Man muss das also von Fall zu Fall entscheiden. Aber der Kooperations-Vorrang im Unternehmen setzt dem Homeoffice Grenzen.

getAbstract: In Ihrem Buch schreiben Sie: „Am Anfang jedes kreativen Prozesses steht ein kluger Mensch, der eine dumme Frage stellt.“ Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Dafür gibt es unzählige Beispiele. Der bekannteste Fragensteller dürfte Steve Jobs gewesen sein: „Was passiert eigentlich mit unserem iPod, wenn die Telefonhersteller das Schnittstellenproblem zu unserer Technik lösen?“ Jeder trug ja ein Handy bei sich, aber nur wenige einen iPod. Diese Frage war die Geburt des iPhone.

getAbstract: Sie glauben, dass die Digitalisierung mehr neue Arbeitsplätze schaffen als alte vernichten wird. Was aber sagen Sie Menschen, die ihren unkreativen Job nicht missen möchten?

Wird man in hundert Jahren irgendwelchen langweiligen Bürojobs oder aufreibenden Über-Kopf-Arbeiten eine Träne nachweinen? Und zeigen die Umfragen nicht schon lange das Bedürfnis der Mitarbeiter nach sinnvollen und kreativen Aufgaben? Dafür bestehen nun realistische Chancen. Außerdem kommt die maschinisierte Arbeit als hochwertiges Hand-Werk in Produktion und Dienstleistung zurück. Aber der Übergang wird einige Zeit dauern und muss moderiert werden. Kurzfristige Veränderungen wurden wirtschaftshistorisch immer überbewertet, langfristige eher unterbewertet. Und, noch einmal, auf die langfristigen dürfen wir uns freuen.

getAbstract: Und was raten Sie Ihren Lesern, die sich fit machen möchten für den Wandel?

Versuche nicht, ein Rennen zu gewinnen, das du nicht gewinnen kannst. Die Maschine ist immer schneller. Konzentriere dich auf das, was nur Menschen können. Nutze deinen „Human Touch“. Nutze deine Sprache. Nutze vor allem deine Urteilskraft – die wird der maschinellen Intelligenz immer überlegen sein.

Radikal digital ist für den getAbstract International Book Award nominiert. getAbstract verleiht den Buchpreis am 10. Oktober 2018 zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse.

Über den Autor

Reinhard K. Sprenger gilt als einer der wichtigsten Managementberater und Wirtschaftsvordenker Deutschlands.

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