Das optimierte Ich

Hand aufs Herz: Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Ihr Kollege dank Hirndoping Spitzenleistungen erbringt und Ihnen die Beförderung vor der Nase wegschnappt? Oder dass die Freundin Ihrer Tochter nur deshalb lauter Einsen nach Hause bringt, weil sie leistungssteigernde Mittel schluckt? Wir sollten darüber nachdenken, fordert die Finalistin für den diesjährigen getAbstract International […]

Das optimierte Ich

Hand aufs Herz: Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Ihr Kollege dank Hirndoping Spitzenleistungen erbringt und Ihnen die Beförderung vor der Nase wegschnappt? Oder dass die Freundin Ihrer Tochter nur deshalb lauter Einsen nach Hause bringt, weil sie leistungssteigernde Mittel schluckt? Wir sollten darüber nachdenken, fordert die Finalistin für den diesjährigen getAbstract International Book Award, Miriam Meckel, in Mein Kopf gehört mir.

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getAbstract: Frau Meckel, Sie sehen Experimente am menschlichen Gehirn, Hirndoping und den aufziehenden „Neurokapitalismus“ skeptisch. Warum?

Das stimmt so nicht. In diesen neuen Technologien liegen allein medizinisch gesehen Riesenchancen. Skeptisch bin ich allerdings dann, wenn daraus eine Lifestyle-Bewegung wird nach dem Motto: Ab sofort optimieren wir unsere Gehirne, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Daraus kann ein Gesellschaftsmodell hervorgehen, in dem eine neue soziale Spaltung entlang der Frage entsteht, ob man sich Technologien leisten kann, um die kognitive Leistungsfähigkeit anzukurbeln. Das wäre dann der Neurokapitalismus.

getAbstract: Stichwort Medienrevolution: Schon Platon lehnte einst die Schrift ab, weil sie angeblich die Gedächtnisfähigkeit beeinträchtige. Weshalb sollte dieses Mal alles anders sein?

Natürlich, oft begegnen Menschen neuen Technologien mit Skepsis, weil Veränderungen als Bedrohung wahrgenommen werden. Darin unterscheidet sich die Zeit von Platon oder Gutenberg nicht groß von der heutigen. Ich glaube, was uns mit der Künstlichen Intelligenz erwartet, kann mit der Revolution durch die Erfindung der Druckerpresse mithalten. Und: In Sachen Schnelligkeit und Reichweite sind digitale Technologien bislang historisch unschlagbar.

getAbstract: Manche Forscher gehen deshalb davon aus, dass maschinelle Intelligenz sich früher oder später verselbständigen wird. Sie entgegnen, intelligente Systeme könnten zwar vieles lernen, aber nichts verstehen. Wer hat Recht?

Keiner oder beide. Der Punkt ist: Wenn maschinelle Intelligenz unser Verhalten und Denken immer besser analysieren und irgendwann perfekt vorhersagen kann, ist es egal, ob sie „denkt“, also ein Bewusstsein hat. Wir können den Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz dann einfach nicht mehr feststellen. Maschinen brauchen also kein Bewusstsein, um zu ebenbürtigen Mitstreitern zu werden.

getAbstract: Erkenntnisse der Hirnforschung geben Unfallopfern oder unheilbar Kranken Grund zur Hoffnung. Lässt sich legitime medizinische Forschung überhaupt von dubiosen Anwendungen trennen?

Das lässt sich sehr klar trennen. Medizinischer Fortschritt beruht auf intensiver, jahrzehntelanger Forschung. Und es gibt gute Gründe, dass medizinische Produkte ein Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen. Das gilt für andere Anwendungen so nicht. In den USA habe ich ein Lifestyle-Produkt ausprobiert, mit dem man das Gehirn unter Strom setzen kann, um aufmerksamer oder entspannter zu werden. Wer will, kann sich dem zu Hause stundenlang aussetzen – ohne zu wissen, welche langfristigen Folgen das hat.

getAbstract: Im Grunde ist „Human Enhancement“ nur die logische Konsequenz der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Warum halten Sie es dennoch für bedenklich?

Der Wunsch nach Selbstoptimierung ist so alt wie die Menschheit. Deshalb stimmt es schon: Warum sollte sie nicht auch unsere Denkleistung betreffen? Die Frage ist aber: Wie wird das genau aussehen? Wichtig finde ich, dass wir Menschen bleiben und nicht versuchen, den Maschinen immer ähnlicher zu werden.

getAbstract: Wie würden Sie persönlich mit Menschen umgehen, von denen Sie wissen, dass sie sich einem Hirndoping unterzogen haben?

Wie mit allen anderen Menschen auch: aufgeschlossen und neugierig. Jede und jeder muss selbst wissen, was er oder sie mit sich selbst macht. So viel Eigenverantwortung darf sein.

getAbstract: Und was raten Sie Ihren Lesern, die sich für den Schutz der Gedankenfreiheit einsetzen möchten?

Wir haben als Menschen die Ausstattung dafür bekommen, uns zu entscheiden, wie wir leben wollen. Unser Gehirn ist ein wunderbares Organ, mit dem wir bestimmen können, was wir wollen und was wir wollen sollten. Nutzen wir es doch einfach, um über die Zukunft nachzudenken – wir sind so frei.

Mein Kopf gehört mir ist für den getAbstract International Book Award nominiert. getAbstract verleiht den Buchpreis am 10. Oktober 2018 zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse.

Über die Autorin

Prof. Dr. Miriam Meckel ist die Herausgeberin der WirtschaftsWoche und von ada, der neuen Plattform für das digitale Leben und die Wirtschaft der Zukunft.

Buchtrailer Piper Verlag

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Ein kleiner Schubs genügt

Keiner liebt sie, doch Führungskräfte verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit: Meetings. Klar, Besprechungen sind wichtig, aber muss es denn immer so lange, so ineffektiv, so redundant sein? Nein, muss es nicht, meinen Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach. In ihrem Buch Meet up!, das für den getAbstract International Book Award nominiert wurde, empfehlen sie […]

Ein kleiner Schubs genügt

Keiner liebt sie, doch Führungskräfte verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit: Meetings. Klar, Besprechungen sind wichtig, aber muss es denn immer so lange, so ineffektiv, so redundant sein? Nein, muss es nicht, meinen Martin J. Eppler und Sebastian Kernbach. In ihrem Buch Meet up!, das für den getAbstract International Book Award nominiert wurde, empfehlen sie sogenannte Nudges – kleine Schubser – um bei den Meetingteilnehmern Verhaltensänderungen auszulösen. Im Stehen moderieren, mit Erfolgsstories starten oder auch mal einen Balletsprung wagen: Wie Nudging funktioniert, verrät Sebastian Kernbach im Interview.

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getAbstract: Irgendwie scheint es so, dass keiner Meetings mag. Warum eigentlich?

Sebastian Kernbach: Weil sie als reine Zeitverschwendung wahrgenommen werden, weil häufig neben dem Fokus auch die Agenda fehlt, weil Vielredner zu viel Raum und Zeit einnehmen und am Ende viel bereits Bekanntes besprochen wurde, aber wenig bis keine Entscheidungen getroffen werden. Es ist erstaunlich, dass viele Meetings in Organisationen wie vor 30 Jahren abgehalten werden.

Laut einer ifo-Befragung fühlen sich 88 Prozent der Befragten oft nutzlos in Besprechungen, in einer Harris-Studie nehmen 66 Prozent Besprechungen als ineffizient wahr, und Shafer publizierte eine Befragung, in der fast die Hälfte aller Manager angaben, dass sich ihre Produktivität radikal steigern würde, wenn sie nicht mehr an Meetings teilnehmen müssten. Es gibt demnach einige Gründe, warum Meetings nicht so beliebt sind. Wir haben in unserem Ansatz vier Hauptgründe dafür identifiziert: fehlender Fokus, mangelnde Orientierung, unproduktive Involvierung und nicht stattfindende Verpflichtung.

getAbstract: Und wie kann man gegensteuern, was genau ändert die Methode, die Sie in Meet up! vorstellen?

Wir verwenden „Nudging“ als Ansatz, um Teilnehmer in Meetings durch subtile „Schubser“ zu Verhaltensveränderung zu bringen. Kleine Veränderungen können kontraproduktives Verhalten reduzieren, wie zum Beispiel durch eine Zeitvorgabe einen Vielredner zum Schweigen zu bringen, oder positives Verhalten fördern, wie zum Beispiel durch eine kreative Fragestellung die Teilnehmer zur Involvierung zu motivieren. Dieser Nudge-Ansatz basiert auf dem gleichnamigen Buch der beiden Professoren Richard Thaler, Wirtschafts-Nobelpreisträger 2017, und Cass Sunstein, die ihn vor allem auf Gesundheits-, Vorsorge- und Konsumentscheidungen anwenden. Wir haben diesen Ansatz erstmals auf Besprechungen angewendet, um durch die bewusste Gestaltung von Handlungs- und Entscheidungssituationen für mehr Produktivität in Besprechungen zu sorgen. Insgesamt haben wir in unserem Buch 100 Nudges zusammengetragen, die den Leitern und Teilnehmern von Meetings ermöglichen, mehr Fokus, eine bessere Orientierung, eine produktive Involvierung und nachhaltige Verpflichtung zu erreichen.

getAbstract: Nehmen wir uns mal zwei typische Meeting-Rollen vor: den Poser, der ständig redet, und den Introvertierten, der kaum was sagt. Wie schafft man da Ausgeglichenheit?

Sie können mithilfe der Nudges für bessere Involvierung mehr Ausgeglichenheit schaffen, indem Sie zum Beispiel mit Hilfe des Nudges „Think-Pair-Share“ alle Teilnehmer zunächst alleine arbeiten (think), diese sich dann in Paaren austauschen (pair) und erst dann im Plenum ihre Ergebnisse vorstellen (share) lassen. Geben Sie bei der Vorstellung der Ergebnisse zudem eine Zeitvorgabe, die für alle gilt, sodass Vielredner keine Chance haben. So können Sie die Introvertierten integrieren, bringen die Poser zum Schweigen und kommen zudem auf mehr und originellere Ideen, da der Austausch von Ideen in Paaren zu radikaleren Ideen führt.

get Abstract: Etliche Meetings dauern zu lang, und man wird mit Charts erschlagen – da bleibt fast keine Möglichkeit, selbst mitzudenken. Wie kann man diesem Problem begegnen?

Eine schnelle Lösung für zu lange Meetings ist die Planung von Meetings kurz vor der Mittagspause, oder kurz vor Feierabend. Oder Sie laden sich einen Gastredner ein, mit dessen Erscheinen das Meeting abgeschlossen sein muss. Diese clevere Planung führt dazu, dass die Teilnehmer eine Motivation haben, pünktlich das Meeting zu verlassen. Oder machen Sie Meetings im Stehen, statt im Sitzen. Studien haben gezeigt, dass sogenannte „Stand-up Meetings“ ein Viertel weniger Zeit beanspruchen als Meetings im Sitzen, und das bei gleicher Qualität.

Zu viele Charts können Sie mit einem „Gallery Walk“ umgehen, bei dem die wichtigsten Folien ausgedruckt und aufgehängt und dann, wie in einer Galerie, eins nach dem anderen abgegangen werden. Wenn Sie zusätzlich die Folien mit Haftnotizen und Stiften ausstatten, dann werden Sie sehen, dass sich die Teilnehmer mit einem Mal wirklich mit den Inhalten auseinandersetzen. Dieser Gallery Walk hat im Executive Board einer großen Bank in Frankfurt für viele Aha-Momente gesorgt.

getAbstract: Sie schlagen in Ihrem Buch vor, dass Zuspätkommer Liegestützen oder einen Balletsprung machen sollen. Ernsthaft?

Ja, absolut. Sie müssen natürlich schauen, dass die Aktivitäten zur Kultur der Organisation passen. Aber bereits die Einführung eines Protokolls für Zuspätkommer sorgt für pünktliches Erscheinen. Sie wären auch überrascht, wie absurde Fragestellungen oder Perspektiven in Meetings für bessere Involvierung sorgen. Insbesondere die Fragestellung „Welche Lösung für das Problem würde man von uns garantiert nicht erwarten?“ sorgt für interessante Diskussionen und neue Wege für Problemlösungen.

getAbstract: Zum Abschluss: Nennen Sie ein paar Beispiele für Ihre Lieblings-Nudges.

Wir haben mit einer großen Bank in Frankfurt an der Verbesserung der Produktivität von Meetings gearbeitet. Teil des Meetings-Toolkits war der Meeting-Canvas, mit dem die Vorbereitung, die Durchführung und Nachbereitung organisiert wurde. Das wichtigste Feld in diesem Canvas war der „Parkplatz“ für Themen, die nichts mit dem Zweck des Meetings zu tun hatten. Dieser wurde häufig gefüllt, und wurde zum Shooting-Star der Meeting-Produktivität, weil damit unnütze Detaildiskussionen im Keim erstickt wurden, wichtige Themen aber trotzdem zur Sprache kamen.

In einem Start-up in Zürich arbeiten die Teams mit einem Scrumboard, mit dem alle anstehenden, alle im Prozess befindlichen und alle erledigten Aufgaben festgehalten werden. Nach 100 erledigten Aufgaben wird dies als Erfolg mit einem Feierabendbier zelebriert.

In St. Gallen an der Universität haben wir eine Wand mit Whiteboard-Farbe gestrichen und unterstützen dadurch Meetings mit Visualisierungen. Das gibt jedem Meeting eine neue Dynamik, wir können auf den Ideen anderer aufbauen und haben unsere Ideen direkt dokumentiert. Unseren Nudging-Favoriten, die Navicons, lassen wir unsere Leser lieber selbst im Buch erkunden. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sich Ping-Pong-Gespräche in Flow-Momente verwandeln, wenn zum Beispiel Ingenieure, Juristinnen oder Projektmanager mit den Navicons ihren Gesprächen eine klare Richtung geben.

Meet up! ist für den getAbstract International Book Award nominiert. getAbstract verleiht den Buchpreis am 10. Oktober 2018 zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse.

Mehr von Sebastian Kernbach zum Thema Nudging gibt es auf Karriereboost.

Über die Autoren

Prof. Dr. Martin J. Eppler ist Ordinarius für Medien- und Kommunikationsmanagement und Direktor des MCM Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen.

 

Dr. Sebastian Kernbach ist Gründer und Leiter des Visual Collaboration Labs und Projektmanager und Dozent am MCM Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen.

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Daten sind das neue Geld

Unser Geld ist immer weniger wert – und das meinen die beiden Autoren von Das Digital nicht wortwörtlich. Es ist eher die Funktion des Geldes, als Wertmaßstab, die sie dahingehen sehen. Und was tritt an die Stelle des Geldes? Daten. Wir können es bereits überall beobachten, denn in der digitalen Wirtschaft zahlen wir meist nicht […]

Daten sind das neue Geld

Unser Geld ist immer weniger wert – und das meinen die beiden Autoren von Das Digital nicht wortwörtlich. Es ist eher die Funktion des Geldes, als Wertmaßstab, die sie dahingehen sehen. Und was tritt an die Stelle des Geldes? Daten. Wir können es bereits überall beobachten, denn in der digitalen Wirtschaft zahlen wir meist nicht mehr mit klingender Münze, sondern mit persönlichen Informationen wie Vorlieben, Interessen, Wünschen. Entsprechend gilt auch: Nicht Banken, sondern Technologieunternehmen sind die neuen Akteure in diesem Spiel mit veränderten Spielregeln. Wie der neue digitale Datenkapitalismus funktioniert, erklären Thomas Ramge und Viktor Mayer-Schönberger im Interview.

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getAbstract: Die Kernthese Ihres Buches lautet: Daten werden Märkte grundsätzlich verändern. Sie sprechen vom Datenkapitalismus. Wie meinen Sie das?

Thomas Ramge: Unsere Wahrnehmung ist: Bei den langen Diskussionen über Digitalisierung wird oft ein wesentlicher Punkt übersehen. Daten lassen Märkte zu dem werden, was diese immer sein wollten – nämlich ein extrem effizienter Mechanismus zu Koordinierung menschlicher Zusammenarbeit. Datenreiche Märkte können den Industrie- und Finanzkapitalismus auf die nächste Stufe heben. Im Datenkapitalismus werden Unternehmen und Geld eine weniger wichtige Rolle spielen. Unser Anspruch beim Schreiben war, eine sehr breite Perspektive einzunehmen und digitale Veränderung in eine ökonomische und gesellschaftliche Gesamtperspektive zu rücken, die noch nicht hundertfach diskutiert wurde.

getAbstract: Wie lang wird es dauern, bis die beschriebenen Entwicklungen eintreten?

Viktor Mayer-Schönberger: Viele Beispiele im Buch zeigen, dass die Übergangsphase zum Datenkapitalismus längst begonnen hat – und zwar im Guten wie im Problematischen. Transaktionen auf Märkten laufen dank vieldimensionaler Daten immer geschmeidiger ab. Das Einkaufserlebnis auf Amazon ist dafür ein alltägliches Beispiel. Und gleichzeitig sehen wir eine Oligopolisierung, also die Herrschaft einiger weniger Akteure, und Monopolisierung auf vielen datenreichen Märkten. Die stellen das Prinzip des Marktes infrage.

getAbstract: Hier machen Sie im Buch einen konkreten Vorschlag, der ja auch von der Politik inzwischen aufgegriffen wurde: die progressive Daten-Sharing-Pflicht. Die Sozialdemokraten erarbeiten auf Grundlage Ihrer Idee gerade hierzu eine Gesetzesvorlage. Was genau ist diese Daten-Sharing-Pflicht?

Viktor Mayer-Schönberger: In den letzten zwanzig Jahren ist es einer neuen Generation von Superstarfirmen mit digitalen Plattformen gelungen, Quasi-Monopole zu errichten. Dieser „The-Winner-Takes-It-All-Trend“ wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken, wenn KI-Systeme, die mithilfe von Daten lernen, der Digitalisierung und datenreichen Märkten den Turbo zuschalten. Das Kartellrecht, gemacht zum Schutz vor Stahlbaronen, zeigt sich dagegen schon jetzt als vollkommen machtlos. Deshalb schlagen wir mit der progressiven Daten-Sharing-Pflicht eine regulatorische Innovation wider den Datenmonopolkapitalismus vor. Das hört sich kompliziert an, aber das Prinzip ist im Kern einfach. Die Unternehmen mit extremem Datenreichtum müssen ihre Daten mit Wettbewerbern teilen.

Thomas Ramge: Konkret kann das so aussehen: Die Pflicht zum Teilen von Daten setzt ein, sobald ein Unternehmen einen bestimmten Marktanteil erreicht. Beispielsweise bei zehn Prozent. Überschreitet das Unternehmen diese Schwelle, muss es einen Teil seiner Daten mit allen Wettbewerbern teilen, die dies wünschen.

getAbstract: Wie soll der Staat diese Rolle als Aufpasser und Ausgleicher für einen fairen Wettbewerb in der Datenanalytik erfüllen? Kann er das?

Thomas Ramge: Der Staat muss seinen digitalen IQ rasch erhöhen. Das ist weder leicht noch billig. Entsprechende Experten und Talente sind rar. Behörden müssen im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter gegen die dicken Gehaltsschecks und das coole Arbeitsumfeld antreten, mit denen Start-ups und digitale Champions in Berlin und London, in Paris und Barcelona, in New York und im Silicon Valley locken. Doch wir haben keine Alternative. Der Staat muss »Quants« rekrutieren, hoch qualifizierte Datenanalysten und Informatiker, will er nicht das Risiko des Versagens von datenreichen Märkten mit unabsehbaren Folgen eingehen. Es fällt uns nicht leicht, mehr Bürokratie zu fordern. Aber ohne starke Institutionen, die Regeln setzen und durchsetzen können, sind datenreiche Märkte höchst anfällig für eine gefährliche Konzentration von Entscheidungsmacht und Kontrolle.

getAbstract: In der Unterzeile Ihres Buches geht es um Markt, Wertschöpfung und Gerechtigkeit. Punkt drei ist noch offen: Was wird denn aus der Gerechtigkeit, wenn die großen Datenkraken die Währung der Zukunft horten und dadurch immer mächtiger werden?

Viktor Mayer-Schönberger: Wir hoffen, dass der Datenkapitalismus eine digitale soziale Marktwirtschaft hervorbringt. Der Staat muss dafür sorgen, dass die großen Digitalkonzerne keine Oligopole und Quasi-Monopole bilden können, sondern fairer Wettbewerb herrscht. Zugleich müssen Menschen lernen, Daten und die sogenannte künstliche Intelligenz zum Wohl des Einzelnen und für Gemeinschaften zu nutzen. Und beides muss in Einklang gebracht werden. Genau das beschreiben wir in unserem Buch. Das Digital möchte ein Beitrag zu der Diskussion sein, wie wir digitale Veränderung so gestalten, dass es Wohlstand und Teilhabe für alle mehrt und nicht nur für Digitalkonzerne und deren Aktionäre. Wir können mit Daten die Marktwirtschaft neu erfinden, sie intelligenter machen, sozialer und gerechter. Das Gegenteil ist freilich ebenfalls denkbar. Wir müssen uns entscheiden.

Das Digital ist für den getAbstract International Book Award nominiert. getAbstract verleiht den Buchpreis am 10. Oktober 2018 zum 18. Mal auf der Frankfurter Buchmesse.

Über die Autoren

Viktor Mayer-Schönberger war zehn Jahre Professor in Harvard und hat heute den Lehrstuhl für Internet Governance in Oxford. Bekannt wurde er durch sein Engagement für das digitale Vergessen im Internet und seinen weltweiten Bestseller Big Data.

 

Thomas Ramge ist Technologie-Korrespondent bei brand eins und schreibt für The Economist. Er wurde mit zahlreichen Journalistenpreisen ausgezeichnet. Ramge hat elf Sachbücher veröffentlicht, darunter den Spiegel-Bestseller Die Flicks und Wirtschaft verstehen mit Infografiken (zusammen mit Jan Schwochow).

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Was Wissen mit uns macht

„Wissen ist Macht.“ Das soll der englische Philosoph Francis Bacon gesagt haben. Und: „Nichts wissen macht auch nichts.“ So verballhornten manche Spontis die berühmte Sentenz in den 1970ern, da sie ihnen allzu elitär und autoritär erschien. Letzteres ist natürlich Unsinn. Im Englischen bedeutet das Wort „power“ viel mehr als „Macht“ (über andere) – nämlich Kraft […]

Was Wissen mit uns macht

„Wissen ist Macht.“ Das soll der englische Philosoph Francis Bacon gesagt haben. Und: „Nichts wissen macht auch nichts.“ So verballhornten manche Spontis die berühmte Sentenz in den 1970ern, da sie ihnen allzu elitär und autoritär erschien. Letzteres ist natürlich Unsinn. Im Englischen bedeutet das Wort „power“ viel mehr als „Macht“ (über andere) – nämlich Kraft und Energie. Und beides ist nun mal die Voraussetzung für Veränderung und Fortschritt. Egal welcher Art. Genau deshalb ist lebenslanges Lernen so wichtig.

Aus der Geschichte lernen

In Die zweite Renaissance brechen die Oxford-Gelehrten Ian Goldin und Chris Kutarna eine Lanze für den aufmerksamen Blick zurück: „Wer die Zukunft voraussehen will, muss sich mit der Vergangenheit beschäftigen, denn menschliche Ereignisse ähneln stets denen vergangener Zeiten.“ Die Autoren sehen in der zunehmenden globalen Vernetzung, dem grenzüberschreitenden Handel und dem atemberaubenden technischen und naturwissenschaftlichen Fortschritt Parallelen zur ersten Renaissance vor rund 500 Jahren. Damals wie heute gebe es aber auch Risiken: So berge die Vernetzung der Finanz- und Handelsströme etwa die Gefahr, dass einzelne Störungen das ganze System kollabieren lassen.

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Von der Natur lernen

Wussten Sie, dass Bäume miteinander reden, im Kampf gegen Schädlinge aktiv zusammenarbeiten und ihre Sprache verlieren können? Peter Wohllebens nimmt Sie in seinem internationalen Bestseller Das geheime Leben der Bäume mit auf einen ebenso bezaubernden wie beängstigenden Spaziergang. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass wir nur sehr wenig über den Superorganismus Wald wissen. Und dass die entscheidende Überlebensstrategie, die der Autor den Bäumen zuschreibt, auch für uns Menschen gilt: „Wer zu gierig ist und zu viel nimmt, ohne zu geben, der beraubt sich seiner eigenen Lebensgrundlage und stirbt aus.“

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Aus Fehlern lernen

Weltweit sterben mehr Menschen durch vermeidbare ärztliche Behandlungsfehler als durch Verkehrsunfälle. Und allzu häufig liegt diesen Fehlern die systematische Leugnung vorheriger Fehler zugrunde. Die Beispiele, die Matthew Syed in Das Black Box Prinzip aufzählt, sind verstörend und ermutigend zugleich: Sie zeigen, wie ein besserer Umgang mit Irrtümern Leben retten und zu existenziellen Fortschritten führen kann: „Manchmal sind Fehler nicht nur der schnellste Weg zu einer korrekten Antwort, sondern der einzige Weg.“

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Von Orchestern lernen

Für die Kunst der Unternehmenserführung scheint kein Vergleich zu schade: von den Strategien Alexander des Großen über das Odysseusprinzip bis hin zum Trojanischen Marketing. Ganz neue Töne schlägt der Profimusiker und Dirigent Christian Gansch in seinem Managementratgeber Vom Solo zur Sinfonie an, indem er die gängigen Kriegs- und Eroberungsmetaphern bewusst ausspart. Vielmehr braucht es nach seiner Erfahrung im Orchesteralltag ebenso wie im Unternehmen Teamarbeit, Authentizität und Inspiration, um aus bunter Vielfalt eine harmonische Einheit zu erzeugen: „Im Orchester entsteht ein homogenes Klangbild nicht zuletzt aufgrund der ausgeprägten individuellen Unterschiede.“

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Wenn wir wissen, dass Geschichte sich reimt und Bäume kommunizieren, und lernen, wie wir Fehler als Chance begreifen und Unternehmen zum Klingen bringen – dann macht dieses Wissen durchaus etwas mit uns: Es vermittelt die Kraft, Zukunft zu gestalten.

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Wenn Einfachheit so einfach wäre …

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Zum Beispiel der spürbar wachsende Trend zum Minimalismus und immer neue Rekordmeldungen aus den Einzelhandels-, Tourismus- und Immobilienbranchen. Unzählige Bücher und Websites geben Tipps und Anleitungen, wie wir sinnlose Impulskäufe im Keim ersticken, nachhaltig reisen und in Tiny Houses auf 15 Quadratmetern glücklich werden können. Gleichzeitig feiern […]

Wenn Einfachheit so einfach wäre …

Es gibt Dinge, die passen einfach nicht zusammen. Zum Beispiel der spürbar wachsende Trend zum Minimalismus und immer neue Rekordmeldungen aus den Einzelhandels-, Tourismus- und Immobilienbranchen. Unzählige Bücher und Websites geben Tipps und Anleitungen, wie wir sinnlose Impulskäufe im Keim ersticken, nachhaltig reisen und in Tiny Houses auf 15 Quadratmetern glücklich werden können. Gleichzeitig feiern Textildiscounter, Billigflieger und ziellose Zersiedlung fröhliche Urständ.

Dieses grundlegende Dilemma war dem Philosophen David Bosshard schon bewusst, als er 2011 in The Age of Less schrieb: „Die Herausforderung liegt darin, Nachhaltigkeit nicht zur Nice-to-have-Taktik für wohlmeinende Mittelschichtangehörige verkommen zu lassen und letztendlich im bloßen Greenwashing zu enden.“ Er argumentiert leidenschaftlich gegen den zerstörerischen Überfluss und für weniger Konsum, Geschwindigkeit, Essen und Stress. Also ganz im Sinne der Minimalisten. Oder doch eher der wohlmeinenden Mittelschichtangehörigen?

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In seinem Buch Simplicity behandelt Benedikt Weibel die Einfachheit nicht als Gegenpol zum Überfluss, sondern zur Komplexität: „Reduktion ist ein Überlebensprinzip. Ohne Reduktion auf das Wesentliche verlieren wir uns im Meer der unendlichen Vielfalt.“ Die berühmte Ockham’sche Regel – finde das Wesentliche und schneide den Rest mit dem Rasiermesser ab – macht solche Menschen zu Meistern, die Muster erkennen und Mut zur Lücke beweisen. Die amerikanische Short Story etwa habe diese Grundidee zum literarischen Prinzip erhoben, schreibt Weibel: „Einfach ist aufwändiger als kompliziert. Einfach ist wirkungsvoller als kompliziert. Weniger ist mehr.“

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Heißt also auch: Vereinfachung macht die Dinge nicht automatisch leichter. Im Gegenteil. Wie Sie Ockhams Rasiermesser bei der Erstellung von Konzepten, Strategien und Entscheidungspapieren möglichst effektiv ansetzen, beschreiben die Autoren von Reframe it!: Das Buch ist ein prall gefüllter Werkzeugkasten, der Ihnen hilft, komplexe Sachverhalte neu zu verpacken und mithilfe von bildhafter Sprache, Geschichten und Metaphern mehrere Glühbirnen gleichzeitig in den Köpfen Ihres Publikums anzuknipsen.

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Bei unserem Ausgangsdilemma hilft uns Ockham indes nicht weiter: Wie können wir einen abseitigen Lifestyle-Trend für ökologisch Statusbewusste in konkrete Wirtschaftspolitik übersetzen? Kate Raworth macht dazu in Die Donut-Ökonomie einige Vorschläge. Sie möchte künftig alle Menschen in der Teigzone des Donuts unterbringen, denn im Loch des Rings leben die einen derzeit unter prekären Bedingungen, während die anderen am Rand unsere natürlichen Ressourcen gnadenlos überstrapazieren. Noch treiben verstärkende Rückkopplungsschleifen – etwa beim Thema Ungleichheit – die Menschheit aus dem Krapfen heraus und damit dem Abgrund entgegen. Die Autorin ist jedoch überzeugt, dass ein nachhaltiges Leben im Donut möglich ist. Ihre Prognose: „Das Zurückdrängen der finanziellen und kulturellen Vorherrschaft des Konsumismus im öffentlichen und privaten Leben dürfte zu einem der packendsten psychologischen Dramen des 21. Jahrhunderts werden.“

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Sicher ist nur: Einfach wird das nicht.

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Ein Mont Blanc an Herausforderungen

„Und, wie hast du’s mit Macron?“ Für mich war das die Gretchenfrage des Sommers 2018. Ich bin in diesem August drei Wochen lang mit unseren Töchtern von Couch zu Couch quer durch Frankreich gereist, und die Antworten meiner Bekannten lagen irgendwo zwischen vorsichtigem Optimismus und kaum verhohlener Abscheu. „Dieser Mann hat nur ein Ziel: unsere […]

Ein Mont Blanc an Herausforderungen

„Und, wie hast du’s mit Macron?“ Für mich war das die Gretchenfrage des Sommers 2018. Ich bin in diesem August drei Wochen lang mit unseren Töchtern von Couch zu Couch quer durch Frankreich gereist, und die Antworten meiner Bekannten lagen irgendwo zwischen vorsichtigem Optimismus und kaum verhohlener Abscheu. „Dieser Mann hat nur ein Ziel: unsere Sozialsysteme zu demontieren“, ereifert sich eine Freundin, die beim öffentlich-rechtlichen Radio France arbeitet. „Wir müssen ihm mehr Zeit geben – und endlich aufhören, die Privatwirtschaft als Erzfeind der Franzosen zu behandeln“, entgegnet ein Freund nicht weniger aufgebracht. Er arbeitet als Netzwerkingenieur für den Telekommunikationsanbieter Orange.

Fast bereue ich meine Frage, die an diesem lauen Sommerabend in der Bretagne ein wundervolles Apéro-Diner unter Freunden zu verderben droht – so sehr reden sich die beiden in Rage. Die Diskussion unterstreicht den tiefen ideologischen Graben, der sich zwischen den Franzosen auftut, und den auch der FAZ-Korrespondent in Paris, Christian Schubert, in seinem Buch Der neue französische Traum thematisiert: Emmanuel Macron ist angetreten, die traditionell starke Rolle des Staates in der Wirtschaft zu beschneiden, und er scheint sein Programm durchzuziehen. Das kritisieren die einen als rücksichtslos und neoliberal, die anderen begrüßen seine Politik als notwendig und konsequent.

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Alle meine Bekannten haben für Macron gestimmt, darunter einige mit zugehaltener Nase, aus Mangel an Alternativen. Doch nun sind selbst seine ursprünglichen Anhänger ernüchtert. Manche nehmen ihm die Arroganz übel, die er zuletzt offen heraushängen ließ. Andere sehen darin eine typisch französische Herrscherattitüde. „Trotz aller Beteuerungen des Gegenteils – wir Franzosen sehnen uns in Wahrheit nach einem ‚grand homme‘“, bemerkt eine Bekannte, ihrerseits Historikerin am Pariser Nationalarchiv, kurz vor unserem Besuch des Versailler Schlosses: „Wir können es uns einfach nicht verzeihen, dass wir unserem eigenen König den Kopf abgeschnitten haben.“

Und wie steht es mit seiner innenpolitischen Bilanz – gut ein Jahr nach dem überwältigenden Wahlerfolg? Macron hat die Lockerung des Kündigungsschutzes und eine Bahnreform gegen den erbitterten Widerstand der Gewerkschaften durchgesetzt. Außerdem wurde die Vermögensteuer abgeschafft. „Er hat aber auch Steuererleichterungen für die Mittelklasse versprochen. Und was ist passiert? Ich habe im vergangenen Jahr 600 Euro mehr, nicht weniger Steuern gezahlt“, klagt ein Freund, der für eine Umweltberatungsfirma in Toulouse tätig ist. „Wir Durchschnittsverdiener müssen für die Steuergeschenke an Superreiche und Großkonzerne aufkommen.“

In der Gruppe der Akademiker und leitenden Angestellten hatten 83 Prozent für Macron gestimmt, während 53 Prozent der Arbeiter die rechtspopulistische Marine Le Pen wählten. Zuletzt sanken Macrons Zustimmungswerte auf 27 Prozent, nur einen Prozentpunkt über denen seines Vorgängers François Hollande zum gleichen Zeitpunkt seiner Amtszeit. Zudem sind die enormen sozialen Probleme im Land nach wie vor ungelöst. Dabei sticht vor allem die gescheiterte Integrationspolitik ins Auge. Das Ferienparadies der Provence im Südosten Frankreichs ist nicht nur in den Großstädten Marseille oder Nimes, sondern selbst in der tiefsten Provinz von „Cités“ geprägt: Hochhausghettos, in denen fast ausschließlich nordafrikanische Einwanderer und deren Nachfahren leben und in die kaum ein Franzose mehr freiwillig einen Fuß setzt. Im elsässischen Straßburg beklagt die afroamerikanische Frau meines Bekannten den täglichen Rassismus, dem sie ausgesetzt ist.

Auch Christian Schubert beschäftigt sich in seinem Buch mit diesen und anderen Problemen: „Emmanuel Macron steht in den nächsten fünf Jahren vor einem Berg an Herausforderungen. Wenn es kein Everest ist, so doch der Mont Blanc.“ Aber er gibt der Verwirklichung des neuen französischen Traums eine realistische Chance. Ich wünsche es diesem wundervollen Land von Herzen.

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Über Macht reden

Macht in Unternehmen ist noch immer ein Tabu: Ganz ohne geht es nicht, aber ohne kluge Führung geht es mit der Machtausübung schnell schief. Wie aber können wir Kreativität und Eigenverantwortung unter Mitarbeitern fördern – und zugleich deren vollsten Einsatz und Teamgeist fordern? Indem wir uns offen und ehrlich über das Thema Macht unterhalten, antwortet […]

Über Macht reden

Macht in Unternehmen ist noch immer ein Tabu: Ganz ohne geht es nicht, aber ohne kluge Führung geht es mit der Machtausübung schnell schief. Wie aber können wir Kreativität und Eigenverantwortung unter Mitarbeitern fördern – und zugleich deren vollsten Einsatz und Teamgeist fordern? Indem wir uns offen und ehrlich über das Thema Macht unterhalten, antwortet Falko von Ameln, Organisationsberater und Co-Autor von Macht in Organisationen.

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getAbstract: Herr von Ameln, welche Rolle spielt die Macht beim Führen?

Macht im herkömmlichen Sinne braucht man, um Leute dazu zu bringen, etwas zu tun, das sie nicht von sich aus tun würden. Allerdings haben wir es heute in vielen Branchen mit einem Arbeitnehmermarkt zu tun: Angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel suchen sich die Arbeitnehmer ein Unternehmen aus – nicht umgekehrt. Außerdem brauchen Unternehmen heute Beiträge ihrer Mitarbeiter, die sich nicht befehlen lassen: Kreativität, Innovationsgeist, die Bereitschaft, die Extrameile zu gehen. Agile Konzepte versuchen daher, Sanktionsmacht als Motivationsmittel zu ersetzen durch Sinnstiftung, persönliches Engagement und Selbstorganisation. Manche Unternehmen, gerade im Niedriglohnbereich, werden dagegen straff patriarchalisch und geradezu ausbeuterisch geführt. Von Agilität, Werteorientierung, dienender Führung und all dem keine Spur.

Generell gilt: Macht wirkt im Verborgenen, geräuschlos. Denn Führungsmacht funktioniert nur, wenn die Geführten auch mitmachen. Umgekehrt hat das aber eine gewisse Machtlosigkeit der Führung zur Folge. Manchmal gibt es zum Einsatz der eigenen Rollenmacht aber keine Alternative, zum Beispiel bei offener Arbeitsverweigerung.

getAbstract: Wie setzt man diese denn effektiv ein, damit es mit den Veränderungsprozessen auch klappt?

Macht kann ganz unterschiedlich verstanden und gestaltet werden. Wir müssen mehr darüber sprechen, was wir unter Macht verstehen und wie Macht konstruktiv genutzt werden kann, um zu gestalten und Ideen nach vorne zu bringen. Wir brauchen nicht nur Durchsetzungsmacht, sondern vor allem visionäre Qualitäten, mit denen wir Menschen begeistern und Lust auf Veränderung machen können. Macht ist bei Veränderungen immer dann erforderlich, wenn bestimmte Entscheidungen das System überfordern würden. Es gibt schmerzhafte Beschlüsse, für die man als Führungskraft Verantwortung übernehmen muss.

getAbstract: Sie sagen: Organisationen sind nicht von einer einheitlichen Rationalität geprägt. Was hat man da als Führungskraft zu beachten?

Ganz einfach: Anerkennen, dass es unterschiedliche Relationalitäten gibt! Nehmen Sie den Klassiker. Mitarbeiter schimpfen auf die Führungskräfte, und die Führungskräfte auf die Mitarbeiter. Spannend wird es, wenn ein Mitarbeiter plötzlich Führungsverantwortung bekommt und erkennen muss, dass das, was er vorher den Personen angekreidet hat, der Rolle immanent ist. Gerade in Veränderungsprozessen ist es wichtig, Kontakte zwischen diesen unterschiedlichen Rationalitäten zu schaffen. Sie sollten einander anerkennen, dem Anderen aber auch seine Verschiedenheit zugestehen. Wir sehen im gesamtgesellschaftlichen Raum, dass das zunehmend schwieriger wird.

getAbstract: Macht löst auch Widerstände unter den Mitarbeitern aus. Wie sollen Unternehmen und Mitarbeiter mit dieser Herausforderung umgehen?

Ich mag den Begriff „Widerstand“ nicht, weil er Irrationalität unterstellt. Tatsächlich haben wir oft gute Gründe, uns gegen Machteingriffe zu unserem Nachteil zu wehren. Zwei Dinge sind jedoch entscheidend, wenn wir uns als Verlierer von Veränderungen fühlen: Zum einen die Verfahrensfairness, also die Art und Weise, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. Und zum anderen die interpersonelle Fairness: Wurde ich menschlich anständig behandelt? Oder war mein Chef an dem Tag, an dem man mir meine Versetzung in die andere Abteilung mitgeteilt hat, „zufällig“ gerade in Urlaub?

getAbstract: Was raten Sie Lesern, die nach der Lektüre Ihres Buchs ihre eigene Macht reflektierter und effizienter einsetzen wollen?

Sorgen Sie für regelmäßiges, aufrichtiges Feedback. Das kann ein regelmäßiges Coaching sein, aber mindestens genauso gut ist es, sich Kolleginnen und Kollegen zu suchen, die Sie gut kennen und die kein Blatt vor den Mund nehmen. Und nehmen Sie sich selbst nicht zu wichtig. Ich selbst reise leidenschaftlich gern. Wenn ich sehe, unter welchen Bedingungen Menschen in Mali, in Nepal oder in der Mongolei leben, wird der Blick auf unsere Lebens- und Arbeitswelten doch ein bisschen zurechtgerückt.

Mehr von Falko von Ameln zum Thema Macht gibt es auf Karriereboost.

Über Falko von Ameln

Falko von Ameln arbeitet als Organisationsberater mit Schwerpunkt auf Veränderungsprozessen und Führungskräfteentwicklung. Zudem ist er als Ausbilder von Beratern sowie als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig.

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Der Traum von der Unsterblichkeit

„Als Transhumanist habe ich keine Achtung vor dem Tod. Ich habe keine Geduld für ihn, und er ärgert mich.“ Das hat Natasha Vita-More dem Autor von Unsterblich sein gesagt. Die bemerkenswert gut konservierte 68-Jährige mit dem programmatischen Künstlernamen ist laut New York Times die erste transhumanistische Philosophin in einer von Männern dominierten Disziplin. Mit ihrer […]

Der Traum von der Unsterblichkeit

„Als Transhumanist habe ich keine Achtung vor dem Tod. Ich habe keine Geduld für ihn, und er ärgert mich.“ Das hat Natasha Vita-More dem Autor von Unsterblich sein gesagt. Die bemerkenswert gut konservierte 68-Jährige mit dem programmatischen Künstlernamen ist laut New York Times die erste transhumanistische Philosophin in einer von Männern dominierten Disziplin. Mit ihrer Aussage bringt sie die Geisteshaltung ihrer Bewegung auf den Punkt: Tod und Altern sind ein Fehler im System Mensch. Wir müssen diesen nur finden und ausschalten – und schwuppdiwupp bleiben wir auf ewig jung und vital. Wenn nötig, auch als digital hochgeladenes Bewusstsein in einem künstlichen Körper. Oder als reiner Algorithmus. Oder als Fleck an der Wand.

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Das klingt natürlich verrückt. Nicht wenige überzeugte Transhumanisten lassen es sich jedoch viel kosten, ihren Körper oder auch nur ihren abgetrennten Schädel im Unternehmen von Vita-Mores Ehemann kryonisch einlagern zu lassen. Es gibt eine alternative Szene von Biohackern, die vom Menschsein so die Nase voll haben, dass sie lieber heute als morgen als Cyborg wieder auferstehen möchten; und junge Männer, die allen Ernstes davon träumen, ihren Liebeshunger mit lebensgroßen, blechern plaudernden Barbiepuppen zu stillen. „Ein persönlicher Sexbot würde mich nie betrügen, und er wäre wie eine echte Frau“, sagt einer der Protagonisten in Mark O’Connells spannender Reportagesammlung. Googeln Sie mal „personal sexbots“ – man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht.

Nun könnte man all das als abgefahrene Spinnereien einiger weniger Tech-Utopisten abtun, die aus einer schweren Pubertät direkt in eine noch tiefere Midlife-Crisis gestürzt sind und jede neue Falte als persönlichen Affront betrachten. Oder aber man könnte sich ernsthaft mit diesen Fragen beschäftigen – schließlich wird in die entsprechende Forschung viel Geld investiert, darunter in die mit 1 Milliarde Dollar Startkapital ausgestattete Google-Tochter California Life Company (Calico). Kürzlich ist es Wissenschaftlern sogar gelungen, in Mäuseversuchen das Altern zu verlangsamen und Medikamente zu entwickeln, die gegen die sogenannten Zombiezellen vorgehen sollen.

Tad Friend schaut sich in Die Suche nach dem ewigen Leben die verschiedenen Forschungsbemühungen an und kommt zu der ernüchternden Erkenntnis: Bisher ist es noch niemandem gelungen, den Fehler im System zu finden, den die Evolution nach Ansicht der selbst ernannten Kämpfer gegen den Tod aus reiner Nachlässigkeit übersehen hat. Auch bleiben diese eine Antwort schuldig auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihres Unternehmens: Weshalb sollte die Menschheit als Kollektiv ein Interesse daran haben, dass wenige Privilegierte – denn darauf wird es allen Beteuerungen zum Trotz hinauslaufen – ein sehr langes oder ewiges Leben genießen? Und gibt es keine dringenderen Probleme auf der Welt, in die wir wertvolle Ressourcen investieren sollten?

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In seinem Bestseller Homo Deus warnt Yuval Noah Harari jedenfalls vor den Folgen menschlicher Hybris. Unsere Sorge, so Harari, sollte weniger der Frage gelten, wie eine Minderheit immer mehr Zeit auf diesem Planeten herausschinden kann, sondern was wir mit der Mehrheit der Menschen anfangen, die in Zukunft viel zu viel Zeit zum Totschlagen haben werden: „Über Millionen von Jahren waren wir Schimpansen in verbesserter Ausführung. In Zukunft könnten wir zu Ameisen in Übergröße werden.“

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Bis es so weit ist, empfiehlt Tad Friend zwei schrecklich profane, aber dafür garantiert wirksame Methoden, um das eigene Leben zu verlängern: mit dem Rauchen aufhören (plus sechs Jahre) und im Auto anschnallen (plus zwei Jahre).

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Einer für alle, alle für einen – Weltliteratur für Teams

Team, das bedeutet nicht immer nur „Toll, ein anderer macht´s“. Sogar auf der Bühne der Weltliteratur gibt es gute (und schlechte) Beispiele dafür, wie Teamwork funktionieren kann. Drei höchst unterschiedliche Romane zeigen dies deutlich. Moby Dick: Gutes Teamwork bei missglückter Führung Wer an Moby Dick von Herman Melville denkt, der denkt vor allem an starke […]

Einer für alle, alle für einen – Weltliteratur für Teams
Shot of a group of friends putting their hands together in prayer

Team, das bedeutet nicht immer nur „Toll, ein anderer macht´s“. Sogar auf der Bühne der Weltliteratur gibt es gute (und schlechte) Beispiele dafür, wie Teamwork funktionieren kann. Drei höchst unterschiedliche Romane zeigen dies deutlich.

Moby Dick: Gutes Teamwork bei missglückter Führung

Wer an Moby Dick von Herman Melville denkt, der denkt vor allem an starke Bilder. Tatsächlich ist die Sicht der meisten Menschen auf diesen außerordentlich langen Roman durch die zahlreichen Verfilmungen geprägt. Und wer meint, er kennt den Roman als Buch, muss sich dann doch oftmals eingestehen, dass es vielleicht nur eine der Jugendbuchadaptionen war, die er als Kind gelesen hat. Moby Dick ist nur vordergründig eine Abenteuergeschichte auf See. Das ist der Roman auch, ohne Zweifel, aber sein Autor wollte ja nichts Geringeres als eine Odyssee, eine Bibel der Nautik, eine Göttliche Komödie des Walfangs schaffen – und das alles in einem Buch. Deshalb spickte er die eigentliche Handlung mit zig Bibelzitaten, Anspielungen und seitenlangen nautischen und walkundlichen Vorträgen.

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Überdies wechselt die Erzählperspektive ständig. Das macht den Roman aus heutiger Sicht modern. Im Kern handelt er vom Kampf des Menschen gegen die Natur und gegen das Böse. Das zeigt Melville vordergründig durch die Abenteuergeschichte — Käpt´n Ahab gegen den weißen Wal —, aber auch symbolisch im Kampf des Menschen gegen sich selbst. Käpt´n Ahab ist mindestens genauso grausam wie der Meeressäuger, der ihm einst das Bein und damit die Würde genommen hat. Auch wenn Ahab die schillerndste Figur ist, erzählt wird die Geschichte vom einfachen Seemann Ismael. Die Kameradschaft unter den Seeleuten lehrt bei genauem Hinsehen auch einiges über Teamwork und (missglückte) Führungsleistung. Denn Ahab lässt seine Mannschaft lange im Unklaren darüber, wohin die Reise geht. Letztlich führt sie dann ins Verderben.

Die drei Musketiere: Einer für alle, alle für einen

Noch mehr und weitaus besseres Teamplay kann man bei einem weiteren Roman ebenfalls aus der Mitte des 19. Jahrhunderts beobachten. Denn der Team-Kampfruf schlechthin „Einer für alle, alle für einen“ stammt nicht von ungefähr aus Alexandre Dumas´ Die drei Musketiere. Noch so eine Geschichte, die viele vor allem durch Adaptionen, Verfilmungen, gar ein Musical kennen. Hier gibt es edle Recken, die sich prügeln, besaufen und ständig pleite sind, aber als seelenvolle Menschen sofort zur Stelle sind, wenn eine üble Intrige enttarnt oder eine unschuldige Frau aus höchster Not gerettet werden will. Die Story handelt vom Jüngling d´Artagnan, der sich in den Kopf gesetzt hat, Mitglied der Elitetruppe des Königs – der Musketiere – zu werden. Aber so einfach geht das natürlich nicht: Eine Heldentat muss her, doch das Landei verscherzt sich seinen Einstieg bei den drei Musketieren Porthos, Athos und Aramis gleich durch fast schon unglaubliche Schusseligkeit. So handelt er sich schon am ersten Tag in Paris drei Duelle ein.

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Die Intrigen des bösen Kardinals Richelieu und der diabolischen Mylady de Winter schweißen die Truppe der – dann irgendwann vier Musketiere – zusammen. Dumas legt ein unglaubliches Tempo vor: Action satt sozusagen. Die Musketiere sind das perfekte Team: Jeder hat seine Spezialität (Aramis das Denken, Porthos die Kraft, Athos den Spürsinn und d´Artagnan den Wagemut) und gemeinsam sind sie unschlagbar. Weil sie trotz widrigster Umstände immer zusammenhalten, gelingt ihnen der Triumph über die Ränke schmiedenden Bösewichte. Die Gruppe ist stark, der Einzelne ist Nichts.

Das siebte Kreuz: Anstand unterm Hakenkreuz

Das kann man von den Personen in Anna Seghers´ berühmtestem Werk Das siebte Kreuz nicht behaupten. Denn hier geht es tatsächlich überwiegend um Einzelpersonen, die sich mit der Frage auseinandersetzen müssen: „Soll ich einem Flüchtling helfen und damit womöglich mein Leben oder das meiner Familie in Gefahr bringen?“ In Seghers´ „Roman aus Hitlerdeutschland“ geht es sehr viel ernster zu als bei Dumas oder Melville. Dem Protagonisten Georg Heisler gelingt die Flucht aus dem KZ nur deshalb, weil er immer wieder an Menschen gerät, die trotz der Bedrohung durch die Nazis den Anstand besitzen, ihn aufzunehmen, manchmal nur zu tolerieren, aber immer die bewusste Entscheidung treffen, ihn nicht zu verraten. Gemeinsam bilden auch sie eine Art Team, ein Netzwerk der Gerechten, das sich bewusst gegen den Terror und die Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern entscheidet – und damit der Menschlichkeit zum Sieg verhilft. Der Erfolg des 1942 veröffentlichten und im Jahr 1937 spielenden Romans erklärt sich aber auch dadurch, dass er trotz der beklemmenden Thematik immer Zuversicht ausstrahlt. Die Montage von gleichzeitigen Ereignissen erzeugt außerdem einen atemlosen Fluss der Handlung, der die Leser unmittelbar packt und mitreißt.

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Unser Tipp: Michael Sommer und sein Playmobilensemble präsentieren alle drei Romane als unterhaltsame Kurzversionen bei „Sommers Weltliteratur to go“. https://www.youtube.com/user/mwstubes

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Lesegewohnheiten erfolgreicher Menschen

Vor einiger Zeit machte eine Grafik des US-Unternehmers und Autors Dave Kerpen im Netz die Runde. Sie zeigt, was erfolgreiche von erfolglosen Menschen unterscheidet: Erstere begrüßen Veränderungen, reden über Ideen und unterstützen ihre Mitmenschen. Letztere wehren sich gegen Wandel, lästern über andere Leute und verspüren häufig Neid. Vor allem aber lesen die Erfolgreichen sehr oft […]

Lesegewohnheiten erfolgreicher Menschen

Vor einiger Zeit machte eine Grafik des US-Unternehmers und Autors Dave Kerpen im Netz die Runde. Sie zeigt, was erfolgreiche von erfolglosen Menschen unterscheidet: Erstere begrüßen Veränderungen, reden über Ideen und unterstützen ihre Mitmenschen. Letztere wehren sich gegen Wandel, lästern über andere Leute und verspüren häufig Neid.

Vor allem aber lesen die Erfolgreichen sehr oft und viel – während die Erfolglosen täglich vor der Glotze abhängen.

Natürlich sollte diese wie jede übertrieben plakative Aussage mit Vorsicht genossen werden. Dennoch können wir von berühmten Bücherwürmern wie Bill Gates und Barack Obama, die regelmäßig ihre Leseempfehlungen mit der Öffentlichkeit teilen, eine Menge lernen. Denn das ist eine weitere Eigenschaft erfolgreicher Menschen: Sie nehmen sich mindestens eine Stunde pro Tag (oder fünf Stunden in der Woche) Zeit zum Lernen. Das gelingt am besten in drei Schritten: lesen, reflektieren, ausprobieren.

Vom Kaugummiverkäufer zum Milliardär

Nehmen Sie Warren Buffett: Das „Orakel von Omaha“ verbringt nach eigener Aussage fünf bis sechs Stunden am Tag mit dem Lesen von fünf Tageszeitungen und 500 Seiten Unternehmensberichten. In Warren Buffett – Das Leben ist wie ein Schneeball erzählt seine Biografin, wie Buffett das erste Geld mit dem Verkauf von Kaugummi verdiente und schon als Knirps die Investmentbücher und Fachzeitschriften im Büro seines Vaters verschlang. Sein Lieblingsbuch aus der Bücherei war One Thousand Ways to Make $ 1000, das er in- und auswendig kannte. Und im zarten Alter von zehn Jahren nahm er sich vor, mit 35 die erste Million verdient zu haben – was ihm selbstverständlich gelang.

Warren Buffet: Das Leben ist wie ein Schneeball
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Grenzen durchbrechen

In Elon Musk: Tesla, PayPal, SpaceX erinnert sich der Bruder des milliardenschweren Unternehmers daran, wie dieser schon als kleiner Junge zehn Stunden täglich mit Lesen verbrachte und als Teenager zwei Bücher pro Tag verschlang. Auf diese Weise wurde Elon zum Experten unter den Generalisten. Denn es gibt nichts, was ihn nicht interessiert: Physik, Produktdesign, Energie, Religion, Science-Fiction und Unternehmerbiografien. Die breite Wissensbasis ermöglicht es ihm, grundlegende Prinzipien auf vielfältige Weise anzuwenden und seine visionären Projekte zu verwirklichen. Außerdem hilft sie ihm, trotz herber Rückschläge hartnäckig an seinen Zielen festzuhalten.

Elon Musk: Tesla, PayPal, SpaceX
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Wissen für eine bessere Welt

Dass Bücher nicht nur dazu gut sind, ehrgeizige Menschen ganz vorn auf die Forbes-400-Liste und den Mars zu katapultieren, demonstriert John Wood, Gründer der gemeinnützigen Organisation ROOM TO READ, auf bewegende Art und Weise. Der ehemalige Topmanager erzählt in seinem Buch Von Microsoft in den Himalaya, wie er statt Karriere und Geld seinen Traum verfolgt, eine bessere Welt zu schaffen und Armut zu bekämpfen: Er ermöglicht armen Kindern, in die Schule zu gehen, wo sie lesen und schreiben lernen und Zugang zu Büchern erhalten.

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