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Folge 20: Fiese Gespräche

Nina ist zum ersten Mal beim Feierabendbier dabei. Doch plötzlich nimmt das Gespräch eine Richtung, die Nina nicht vorhergesehen hat – und die sie völlig überfordert …

Folge 20: Fiese Gespräche

Nina ist nervös. Ein bisschen freut sie sich aber auch. Ellen hatte sich eigentlich mittlerweile damit abgefunden, dass Nina nicht der Typ ist, der nach dem Feierabend noch privat gerne Zeit mit Arbeitskollegen verbringt. Doch gerade hat ihre Abteilung eine große Aufgabe abgeschlossen – und so sehr sie es auch versucht, Nina kann sich dem Wunsch, das irgendwie gemeinsam zu feiern, nicht ganz entziehen. Und das letzte Firmenevent war ja auch keine absolute Katastrophe gewesen. Vielleicht wird sie auch diesmal positiv überrascht?

„Nina!“, quietscht Ellen, als Nina die Bar betritt. Ihr erster Gedanke – „Firmenevent“ – trifft es nicht ganz: Anwesend sind bloß Ellen und etwa sechs weitere Leute aus dem Team. Alle sitzen schon an einem großen Tisch und beäugen Nina. Die Gespräche sind schlagartig verstummt. „Komm mit, setz dich. Was willst du trinken?“, fragt Ellen, die sie am Arm zum Tisch gezogen hat. „Nur einen Eistee gern“, meint Nina und setzt sich neben Marc, den sie nur flüchtig kennt. Überhaupt hat sie mit fast niemandem hier je mehr als zwei Sätze gewechselt. „Also, wo waren wir?“ Das Gespräch nimmt wieder Fahrt auf und Nina scheint weder groß aufzufallen noch groß zu stören. Sie tut das, was sie gut kann: zuhören. Plötzlich schaltet sich eine Frau vom anderen Tischende ein: „Habt ihr gehört, Herbert soll dieses Jahr zum 25-jährigen Jubiläum einen 1000-Euro-Gutschein für eine Reise bekommen.“ Gerade will Nina einhaken und sagen, dass er sich das aber auch wirklich verdient hat, doch Marc neben ihr ist schneller: „Kosten Kaffeefahrten heute so viel?“ Gelächter. Nina ist verwirrt. „Mal im Ernst, das ist doch keine Beschäftigungstherapie, was wir täglich tun. Ich werde nie verstehen, warum es alten Leuten so schwerfällt, zu akzeptieren, dass sie Platz für die nächste Generation machen sollten“, meint Carola. „Ach komm, so schlimm ist er auch nicht …“, schaltet sich Ellen ein. Nina atmet auf. „Du hast bloß Mitleid“, meint Carola zu Ellen und sagt dann zur Gruppe: „Ellen hat mir erzählt, dass sich seine Frau einen Jüngeren gesucht hat“, erwidert Carola. Marc sieht seine Chance: „Siehst du, wenn er schön zu Hause geblieben wäre, hätte er sich besser um seine Frau kümmern können.“ Jetzt lacht auch Ellen. Und Nina ist völlig überfordert. Ohne ein Wort zu sagen steht sie auf und geht. Ellen ruft ihr noch ein „Nina?!“ hinterher, aber sie dreht sich nicht mehr um.

Den ganzen Heimweg über ist Nina wütend. Wütend auf das Gelächter, aber vor allem wütend auf sich. Warum hat sie nichts gesagt? Warum sich nicht für Herbert eingesetzt? Auf der anderen Seite: Hätte das wirklich etwas gebracht?

Eindeutig, sagt Psychotherapeut und Mobbingexperte Holger Wyrwa. Denn wenn Mobbing von Zeugen hingenommen wird, entwickelt es sich zur Gewohnheit – und es steigen immer mehr Menschen ein.

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Zusammenfassung (Buch)

Mobbing – nicht mit mir!

Mob around the clock – Horrorszenario oder Realität?

Holger Wyrwa Goldmann Verlag
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Hinzu kommt, dass man meist weiß, dass man hätte eingreifen sollen. Sich einzugestehen, dass man zu große Angst vor den Konsequenzen hatte, ist ziemlich unschön. Man sucht also nach einer Rechtfertigung – und schnell redet man sich ein, dass man selbst unverhältnismäßig darunter gelitten hätte. Dass auch andere hätten eingreifen können bzw. sollen – oder gar, dass der Gemobbte es vielleicht sogar irgendwie verdient hätte. Am einfachsten ist jedoch, sich darauf auszuruhen, dass man ja gar nicht genug über die Situation weiß:

Die beste Begründung, um seine Hände in Unschuld waschen zu können, ist die, dass auf die Undurchschaubarkeit des ganzen Geschehens verwiesen wird. Denn woher weiß man, dass das, was sich da vor aller Augen abspielt, tatsächlich Mobbing ist?

Holger Wyrwa

Der Grat zwischen einem einfachen Zerwürfnis und Mobbing ist schmal, aber existent. Mobbing richtet sich gegen Einzelpersonen, dauert an. Es geht dabei nicht um einzelne Konflikte – vielmehr sind es Machtspiele, deren Ziel nicht eine Lösung des Konflikts, sondern das Schikanieren einer Person ist. Und wichtig:

Der Psychoterror des Mobbings besteht aus systematischen, destruktiven – also zerstörerischen – Handlungen. Das können am Arbeitsplatz etwa das Verbreiten von Gerüchten, Falschbewertungen von Arbeitsleistungen oder Beleidigungen sein.

Holger Wyrwa

Dass Mobbing nur eine ganz spezielle Art von Personen betrifft, ist übrigens ein Trugschluss. Tatsächlich kann jeder zum Opfer werden. Auch weil sich Mobber – gerade im Arbeitsalltag – aus persönlichen Gründen ihr Opfer aussuchen. Was sie an dem Opfer stört, lässt sich kaum rational begründen – und entsprechend auch kaum vermeiden.

Letztlich jedes Persönlichkeitsmerkmal eines Menschen, jede seiner Verhaltensweisen, jede Äußerlichkeit, jeder Lebensstil, jeder Satz, den er äußert, jede Handlung, die er ausführt, kann zum Auslöser für Mobbing werden. Es reicht aus, kompetent oder inkompetent zu sein, um gemobbt zu werden. Zu intelligent oder zu wenig intelligent. Zu attraktiv ebenso wie zu unattraktiv.

Holger Wyrwa

Nina muss sich also eingestehen, dass sie falsch reagiert hat oder besser: dass es falsch war, gar nicht zu reagieren. Sie fragt sich, ob es einen Weg gibt, das Ganze wieder geradezubiegen. Sie weiß aber auch, dass sie auf keinen Fall unüberlegt handeln darf. Gerade, wenn es um Leute geht, die sie jeden Tag sehen muss. Fest steht dennoch, dass sie das so nicht durchgehen lassen kann. Sie braucht einen Schlachtplan. Vielleicht sogar einen mit Herbert zusammen …

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1 Wir haben ein Buch mit 347 Seiten für diesen Artikel gelesen und zusammengefasst.
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