Wie Sie Nähe auf Distanz schaffen

Auch wenn sich die Büros langsam wieder füllen, haben sich Homeoffice und Remote Work als fester Bestandteil unserer Arbeit bewährt. Eine Herausforderung bleibt dabei die Herstellung von Nähe. Hier die besten Tipps.

Wie Sie Nähe auf Distanz schaffen

Die Ersten sind in die Büros zurückgekehrt – einige freiwillig, andere unter Auflagen. Doch sehr viele arbeiten immer noch aus den eigenen Wänden heraus und sind im Grunde damit auch ganz zufrieden – wenn da nicht diese Sache mit der wachsenden Distanz wäre.

Sicher gibt es Videocalls, smarte Anwendungen wie Slack und Teams. Auch der Griff zum Smartphone stellt schnell den Kontakt zum Mitarbeiter oder Kollegen her. Ganz zufrieden macht so ein Austausch aber dann auf Dauer auch nicht. Sich mal wieder sehen, gemeinsam lachen und gegenseitig die Kaffeemaschine blockieren – wir vermissen es.

Dieser persönliche Kontakt lässt sich leider niemals durch wie auch immer geartete Medien ersetzen, dennoch gibt es einige Dinge, die Sie unterstützen, auch auf Distanz den Kontakt zum Team, zum einzelnen Kollegen möglichst „nah“ zu gestalten.

1. Psychologische Sicherheit

Damit Mitarbeiter sich wirklich einbringen, ihre Lösungen offen präsentieren und keine Angst haben, Eigeninitiative zu zeigen, brauchen sie psychologische Sicherheit. Gemeint ist damit, dass sich Mitarbeiter trauen, Fragen zu stellen, Schwächen zuzugeben, offen kritische Punkte anzusprechen, weil sie wissen, dass dies keine negativen Konsequenzen für die eigene Person hat. Dies zu ermöglichen ist die Aufgabe von Führungskräften. Also Ihre Aufgabe!

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Achten Sie darauf: Sie müssen ehrlich kommunizieren, wertungsfreie Diskussionen zulassen und vor allem Vorbild sein. Ein Vorgesetzter, der die eigenen Fehler nicht unter den Teppich kehrt, sondern sie offen zugibt. Der selbst Fragen stellt und echtes Interesse bekundet. Geben Sie Ihren Mitarbeitern den Raum und die Freiheit, sich mit neuen Ideen und auch Wünschen einzubringen!

2. Transparenz

Eine offene Kommunikation bedeutet auch, dass Sie Transparenz sicherstellen müssen. Wer macht was? Welche Fortschritte wurden gemacht? Und wo hakt es eventuell? Als Führungskraft sind Sie der Kapitän und haben die entsprechende Mütze auf, wenn es um die Organisation und Kapazitätenverteilung geht.

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Digitale Tools wie Teams oder Evernote sind praktische Werkzeuge, die Sie zur Herstellung von Transparenz nutzen können. Verzichten Sie darauf, alles immer via Videocall besprechen zu wollen. Schreiben Sie lieber öfter eine kurze Nachricht und seien Sie für Rückfragen ansprechbar. Virtuelle Meetings sind Zeitfresser und aus vielen Gründen (zu viele Beteiligte, fehlende Agenda, kein wirklicher Zeitrahmen, das Besprechungsziel wurde nicht definiert usw.) oft auch nicht effektiv.

3. Vertrauen

Ihr Mitarbeiter weiß, zu welchem Datum und zu welcher Uhrzeit er seine Arbeit, ein Projekt finalisiert haben muss? Dann geben Sie ihm diese Zeit und fragen Sie nicht zwischendurch ständig nach, wie denn der Stand der Dinge ist. Gerade auf Distanz ist das nicht einfach, aber: Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern!

Vertrauen ist die Basis einer guten Zusammenarbeit im Allgemeinen, aber besonders auf Distanz. Natürlich sollten Sie die Kontrolle nicht völlig aus der Hand geben, aber grundsätzlich vom Schlechtesten auszugehen ist auch keine Lösung – denn es frustriert auf Dauer nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitarbeiter. Schaffen Sie deshalb die Voraussetzung für Vertrauen, indem Sie Empathie zeigen und jedem Teammitglied den Rahmen bieten, in dem es ideal arbeiten kann.

Lesen Sie dazu auch die Interviews mit zwei fundierten Experten in Sachen Personalmanagement:

4. Aufmerksamkeit

Als Führungskraft haben Sie Ihren Mitarbeitern gegenüber eine Sorgfaltspflicht. Damit ist nicht gemeint, dass Sie den Kindergärtner spielen müssen. Ihre Aufgabe ist es, jederzeit aufmerksam zuzuhören und auch die Zwischentöne zu vernehmen, die sich eventuell im Dialog mit Mitarbeitern ergeben. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass gerade in den letzten beiden Jahren (und besonders im Lockdown) die Meldungen psychischer Probleme im Arbeitsleben enorm zugenommen haben: Menschen fühlen sich einsam, überfordert, haben Angst.

Als Führungskraft können Sie hier gegensteuern, indem Sie jedem Einzelnen im Team Ihre Wertschätzung schenken. Auch eine klare Aufgabenverteilung hilft dabei, den Stresslevel in Ihrem Team zu senken. Wichtig: Sollte jemand in Ihrem Team offensichtlich psychische Probleme haben, sind Sie verpflichtet, die Personalabteilung zu informieren und den Mitarbeiter mit Ihren Beobachtungen zu konfrontieren. Damit es erst gar nicht dazu kommt, klären Sie sich selbst über Anzeichen von und Erste Hilfe bei psychischen Erkrankungen auf:

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