Ich. Eine Marke.

Wer es schafft, eine starke Persönlichkeitsmarke aufzubauen, hat im Rennen um Jobs, Beförderungen und Aufmerksamkeit die Nase vorn. Aber: Wie geht man dabei vor?

Ich. Eine Marke.

Mich selbst zur Marke zu machen, damit habe ich mich zunächst verdammt schwer getan. Doch wenn Du selbstständig bist, kommst Du gar nicht drum rum, Dir die entscheidenden Fragen zu stellen: Wer bin ich? Was kann ich? Wie präsentiere ich mich nach außen? Stimmen mein Angebot, meine Talente und Wertvorstellungen überein? Mit welcher Leistung überzeuge ich? Und: Lässt sich damit Geld verdienen?

Leider sprudeln die Antworten auf diese Fragen nicht gleich aus einem heraus. Vielmehr versucht man es erst einmal mit Dingen, die man selbst gerne von sich sagen würde oder die andere über einen sagen (sollten). Oder Dinge, von denen man denkt, dass sie sich gut verkaufen lassen. Alle drei Ansätze sind für sich allein nicht wirklich zielführend, das macht aber nichts.

Starke Marken brauchen Regeln

Denn: Nach dem ersten Frust stellt man fest, dass es mehr braucht als kreatives Denken, wenn das mit dem Personal Branding klappen soll – und hat trotzdem schon viel gelernt. Es geht nämlich darum, mal wirklich die Hosen runterzulassen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

Nun geht es systematischer weiter. Denn eine starke Persönlichkeitsmarke hängt von folgenden Faktoren (und wie man sie untereinander austariert) ab:

  • Authentizität: Bleiben Sie sich selbst treu, nur so bleiben Sie glaubwürdig und eine vertrauenswürdige Marke.
  • Einzigartigkeit: Wie jede starke Marke brauchen Sie etwas, was Sie von anderen ganz klar unterscheidet oder, besser noch, was Sie abhebt. Stichwort: USP (Unique Selling Proposition).
  • Fokussierung: Konzentrieren Sie sich auf die Fähigkeiten, die Sie am besten beherrschen und verwässern Sie Ihre Marke nicht, indem Sie zur eierlegenden Wollmilchsau mutieren.
  • Klarheit in der Kommunikation: Bleiben Sie bei der Wahrheit und bei Ihrem Thema. Egal, wie und was Sie kommunizieren, es muss immer klar sein, für was Sie stehen und was Ihre Stärke ist.
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Zusammenfassung (Buch)

Self Branding für Manager

Werden Sie wie Coca-Cola – nein, nicht braun, klebrig-süß und Blasen werfend: Werden Sie eine starke Marke!

Petra Wüst orell füssli Verlag AG
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  • Geduld: Marken entstehen nicht über Nacht, es braucht Zeit. Definieren Sie Ihren Markenkern und gehen Sie dann konsequent in die Umsetzung. Lassen Sie sich Zeit, und geben Sie auch möglichen Kunden oder Partnern die Chance, Sie Schritt für Schritt kennenzulernen.
  • Versprechen einhalten: Eine Marke ist ein Qualitätsversprechen. Dieses müssen Sie konsequent erfüllen. Verlorenes Vertrauen lässt sich nur schwer zurückgewinnen.
  • Motivation: Seien Sie Vorbild für andere und seien Sie Motivator. Die beste Marken sind Sie, wenn man Sie will oder wenn andere wie Sie sein wollen.

Was immer du tust, tu es gut. Tu es so gut, dass die Leute, wenn sie sehen, dass du es tust, zurückkommen und sehen wollen, wie du es wieder tust, und sie werden andere mitbringen und ihnen zeigen wollen, wie gut du tust, was du tust.

Walt Disney

In sechs Schritten zur eigenen Persönlichkeitsmarke

Beim Aufbau einer starken Persönlichkeitsmarke geht es darum, dass Sie Ihre Stärken kanalisieren und Ihr Gegenüber emotionalisieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie selbstständig, Unternehmer oder Mitarbeiter sind. Wer es schafft, sich als eine Marke mit einem klaren Qualitätsversprechen zu positionieren, der wird erfolgreicher sein als jemand, der über kein klares Profil verfügt. Menschen lieben Sicherheiten, auch wenn es um das Miteinander geht.

Schritt 1: Eigenwahrnehmung

Fragen Sie sich, welche Kompetenzen, Fähigkeiten und Charaktereigenschaften bislang für Ihre Erfolge verantwortlich waren. Warum haben Kollegen oder Freunde Sie um Rat gefragt? Was sind zudem Ihre persönlichen Stärken? Formen Sie aus den Antworten Ihren Markenkern, Ihre Identität.

Schritt 2: Fremdwahrnehmung

Das eigene Bild von sich selbst deckt sich – sind wir ehrlich – oft nicht mit dem Bild, das andere von einem haben. Fragen Sie daher bei Freunden und Familie sowie Kollegen nach, wie diese Sie einschätzen. Tipp: Fragen Sie bewusst nach Ihren positiven Eigenschaften und Ihren Qualitäten. Es könnte Menschen geben, die das als Aufforderung verstehen, Ihnen endlich mal Ihre Meinung sagen zu können.

Schritt 3: Fokussierung

Setzen Sie Schwerpunkte und brechen Sie die Erkenntnisse aus Eigen- und Fremdeinschätzung auf maximal drei bis vier Fähigkeiten herunter. Schauen Sie, welche Leistungen und Erfolge in Ihrem Leben Sie mit diesen Fähigkeiten erreicht haben. Formen Sie aus diesen Fähigkeiten Ihren Markenkern.

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Zusammenfassung (Buch)

Der Mensch als Marke

Warum werden Marken immer menschlicher und Menschen immer markenähnlicher? Experten stehen Rede und Antwort.

Dieter Herbst BusinessVillage GmbH
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Schritt 4: Marken-Mantra

Entwickeln Sie nun Ihr Marken-Mantra. Dies ist ein Satz, in dem Sie sagen, wofür Sie stehen. Andere sprechen hier auch von der Unternehmensvision. Die Vision von Apple beispielsweise lautet: „Intuitive Benutzerführung und außergewöhnliches Design.“ Und Amazon sagt: „Unsere Vision ist es, das kundenorientierteste Unternehmen der Welt zu sein und einen Ort zu schaffen, an dem Menschen alles finden und entdecken können, was sie online kaufen möchten.“ Und Walt Disney wollte ganz einfach „die Menschen glücklich machen.“

Schritt 5: Marke leben

Jetzt geht es darum, Ihre Marke zu leben. Und zwar ganz bewusst. Dazu gehört auch, immer wieder zu kontrollieren, ob Ihre Handlungen noch im Einklang mit Ihrem Markenversprechen sind. Und damit werden Sie nicht bei allen gut ankommen. Denn es ist wie bei Produktmarken: Der eine schwört auf BMW, die andere auf AUDI. Der eine trinkt Pepsi, die andere Cola.

Schritt 6: Markenkommunikation

Marken brauchen Bekanntheit. Im letzten Schritt geht es daher um die Selbstvermarktung. Dazu gehört auch, dass Dinge wie Kleidung, Fortbewegungsmittel und auch die Büroausstattung zu Ihrem Markenimage passen. Kommunizieren Sie mittels Sozialer Medien und erzählen Sie Geschichten. Wie bei Produkten sind auch hier Ursprung und Historie der Marke interessant.

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Zusammenfassung (Buch)

Personal Branding

Nutzen Sie Ihre einzigartige Persönlichkeit und werden Sie zur Marke.

Christopher Spall und Holger J. Schmidt Springer Gabler
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Starke Marken zeigen Leistung

Arnd Zschiesche und Oliver Errichiello haben es in Ihrem Buch Marke statt Meinung sehr gut zusammengefasst. „Eine Marke ist ein positives Vorurteil über eine Leistung“, schreiben die beiden Marketingstrategen. Und es ist genau diese Leistung, an der Sie gemessen werden.

Daher noch einmal: Kontinuität, Klarheit und Konsistenz sind die Dinge, die Sie bei allem, was Sie tun, in den Fokus rücken müssen. Sicher entwickelt sich auch Ihre Persönlichkeitsmarke konstant weiter, die Fokussierung auf Ihre Kernfähigkeiten aber müssen Sie unbedingt beibehalten.

Sich selbst als Personal Brand zu platzieren braucht Mut und Disziplin. Auch ich würde gerne überall gefallen und jeden Job bekommen, doch ist das nicht im Sinne einer stabilen Persönlichkeitsmarke. Es geht darum, die Dinge tun zu können, in denen Sie besonders gut sind.

Nicht jeder Job ist für Sie geeignet, nicht jede Aufgabe passt zu Ihren Fähigkeiten. Je besser andere wissen, in welchen Disziplinen Sie eine „sichere Bank“ sind, desto besser. Dann können Sie auf der einen Seite fantastische Leistung zeigen und auf der anderen Seite brauchen Sie sich selbst nicht mit Dingen abquälen, die Ihnen gar nicht liegen. Und glauben Sie mir: Nach dem Stress der Markenfindung ist das die erste unbezahlbare Erleichterung in einer Reihe vieler anderer!

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Persönliche Entwicklung

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