Frustriert im Job?

Wenn die Arbeit keinen Spaß mehr macht, gibt es zwei Möglichkeiten: Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass es vorbeigeht. Oder die Sache selbst in die Hand nehmen und etwas ändern. Dazu vier Tipps aus der getAbstract-Redaktion.

Frustriert im Job?

Weg mit der rosaroten Brille!

Die harte Wahrheit ist: Menschen sind meist nicht unglücklich und demotiviert in ihrem Job, weil ihre Arbeit schlecht ist. Sie sind unglücklich, weil sie einem Ideal nachstreben, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Dass Menschen für einen Job brennen, kann vorkommen, ist aber sicher nicht überall so.

Volker Kitz findet in Feierabend deshalb sehr direkte Worte für alle, die frustriert ihrer Arbeit nachgehen: Entlohnt wird Arbeit mit Geld, nicht mit Sinn! Unternehmen und Mitarbeiter sollten sich eingestehen, dass Arbeit bei allem modischen „Purpose“-Geschwurbel leider nicht vorrangig der Selbstverwirklichung des Einzelnen dient, sondern dazu, dessen Bedürfnisse des Lebens zu befriedigen: Essen, Trinken, Kleidung und Wohnen. Für die Gesellschaft leisten damit die meisten auch einen sinnvollen Beitrag – von A wie Arzt über B wie Bäcker bis zum Z wie Zimmermann –, ob sie das aber persönlich als erfüllend wahrnehmen, steht auf einem anderen Blatt. Wer mit dieser realistischen Perspektive auf seinen Job schaut, kann sich nicht nur Stress und Frust ersparen, sondern auch die Lektüre vieler zeitgeistiger Ratgeber, die die Arbeitswelt schöner malen, als sie jemals sein kann.

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Zusammenfassung (Buch)

Feierabend!

Plädoyer für ein realistisches Verständnis der Arbeit.

Volker Kitz Fischer Taschenbuch Verlag
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Take-aways:

  • Nicht die Arbeit macht die Menschen unglücklich, sondern die unrealistischen Ideale, die seit Jahrzehnten mit ihr verbunden werden.
  • Um Frust zu vermeiden, müssen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer ehrlich über die Tatsachen eines Jobs austauschen und sich von falschen Vorstellungen verabschieden.
  • Arbeitgeber sind nicht für den Lebenssinn ihrer Beschäftigten zuständig, sondern nur für deren gerechte Bezahlung.

Den eigenen Takt finden!

Übermüdete Mitarbeiter, mehr und mehr Fehlzeiten, blank liegende Nerven, ständiger Stress – was sich liest, wie das Sorgen-ABC einer durchschnittlichen HR-Abteilung, liegt daran, dass vor allem Mitarbeiter an hybriden Arbeitsplätzen nicht in ihrem natürlichen Rhythmus arbeiten. Rhythmus? Ja, wir alle haben Schlaf- und Wachrhythmen, aktive und passive sowie kreative und unkreative Phasen. Täglich. Immer. Ein Problem wird das erst, wenn diese Rhythmen nicht durchzuhalten sind, in einer Agenda nicht reflektiert werden, von jetzt auf gleich abgeändert werden sollen – zum Beispiel am Arbeitsplatz.

Nein, das ist kein uneingeschränktes Plädoyer dafür, den Wecker auf 13 Uhr zu stellen und dann erst mal eine Runde Netflix einzuschieben – etwas Disziplin gehört einfach dazu. Aber „nine to five“ ist schon deshalb keine für alle gewinnbringende Idee, weil der Mensch seine Konzentration nicht für viele Stunden am Stück aufrechterhalten kann. Wenn es um den Biorhythmus geht, unterscheidet man in vier verschiedene Typen: den Intensiven, den Flexiblen, den Engagierten und den Traditionellen. Jeder von ihnen zeigt nicht nur einen unterschiedlichen Arbeitseinsatz, sondern hat auch einen eigenen Tages- und Nachtrhythmus.

Der Rat von Silvia Sperling und Lothar Seiwert: Erkunden Sie mit der BOSS-Methode (Beobachten, Organisieren, Sinn geben und Synchronisieren) den eigenen Rhythmus und versuchen Sie, Ihren Arbeitsalltag dementsprechend einzurichten. Das wird nicht immer in Gänze möglich sein, aber schon kleine Modifikationen helfen dabei, weniger gestresst, müde oder auch frustriert zu leben:

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Die Intervall-Woche

Rhythmusmanagement ist das neue Zeitmanagement.

Lothar Seiwert und Silvia Sperling Knaur
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Take-aways:

  • Wer nicht im Einklang mit seinem persönlichen Biorhythmus lebt und arbeitet, wird krank, unglücklich und leistet keine gute Arbeit mehr. 
  • Die bekannten 90-minütigen Schlafzyklen setzen sich in abgewandelter Form auch im Wachzustand fort.
  • Passen Sie nicht nur Ihre Arbeit, sondern Ihr gesamtes Leben Ihrem persönlichen Rhythmus an.

Weniger ist mehr!

Flexible Arbeitszeiten sind das eine. Was sich die nachkommende Generation am Arbeitsplatz jedoch noch mehr wünscht, sind Teilzeitmodelle. Was in manchen europäischen Ländern – etwa in der Schweiz – längst Usus ist, stellt deutsche Organisationen aus unerfindlichen Gründen aber weiterhin vor größte Probleme.

Dabei zeigen zahlreiche Beispiele, wie hervorragend das funktioniert: Im Stockholmer Start-up Brath zum Beispiel, einem Spezialisten für Suchmaschinenoptimierung, gilt für alle Mitarbeiter die 30-Stunden-Woche. Sie haben richtig gelesen. Das Fazit: Die Leute sind in täglich sechs Stunden leistungsfähiger als die der Konkurrenz in acht. Und nein, Brath ist kein Einzelfall: In Island wurde die 4-Tage-Woche in zwei breit angelegten Versuchen getestet, auch hier fiel das Ergebnis positiv aus.

Mittlerweile haben 86 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung Islands entweder kürzere Arbeitszeiten oder können diese mit dem Arbeitgeber verhandeln.

Business Insider

Auch wo die reduzierte Arbeitszeit investiert wird – zu Hause oder im Büro –, ist bei mehr und mehr Firmen egal: Meist steigt die Produktivität der Mitarbeiter an hybriden Arbeitsplätzen, die Organisation spart derweil Mietkosten und rekrutiert längerfristig auch die besseren Leute. Warum? Weil letztere höhere Ansprüche an die Flexibilität stellen und über andere „Flaws“ eines Arbeitgebers deshalb auch mal hinwegsehen können. Alle sind zufriedener, ausgeglichener – und bleiben deshalb auch länger im Unternehmen. Frust? Fehlanzeige!

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Halbe Arbeit, ganzes Leben

Mit weniger Arbeit zufriedener leben – kein Traum, sondern einfach machbar.

Axel Mengewein Ariston Verlag
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Take-aways:

  • Teilzeit ist ein Megatrend, ihr Anteil hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt.
  • Schon mit 5 Prozent Arbeitszeitreduktion gewinnen Sie 11 freie Tage pro Jahr.
  • Durch Kostenoptimierung können Sie den Verdienstausfall durch Teilzeit auffangen.

Mach es doch selbst!

Frust bei der Arbeit entsteht auch dann, wenn man das Gefühl hat, dass man Dinge nicht verändern kann – selbst wenn man sicher ist, eine Idee zu haben, die das Unternehmen voranbringen würde. Sicher gibt es Organisationen, in denen Eigenverantwortung und Sich-Einbringen weder erwünscht sind noch funktionieren würden. Doch immer mehr Führungskräfte sind offen für Anregungen aus den eigenen Reihen. Und dann? Bauen Sie sich Ihr eigenes internes Start-up und setzen Sie die Sache um. Kurz: Werden Sie vom Mitarbeiter zum „Intrapreneur“.

Ohne Einsatz und Mut passiert das natürlich nicht einfach so. Und Ihre Firma muss schon offen sein für die Idee, etwas auszuprobieren. Wer sich aber traut, den eigenen Arbeitsplatz, das Angebot des Unternehmens selbst mitzugestalten, arbeitet in der Regel zwar etwas mehr – aber vor allem zufriedener und erfüllter. Jedenfalls so lange, bis sich herausstellt, ob die Idee, die umgesetzt wird, auch tatsächlich eine gute ist.

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Das Ende der dummen Arbeit

Werden Sie Intrapreneur im eigenen Unternehmen – und machen Sie Ihre Träume wahr.

Felix Plötz Econ Verlag
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Take-aways:

  • Start-up-Denken führt von der Wahrnehmung eines Problems über die gefundene Lösung zu einem unternehmerischen Konzept.
  • Als Intrapreneur kann man sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmer sein.
  • Erfolgversprechend sind Ideen, die zu den bereits bestehenden Leistungen des Unternehmens passen.
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