Rückmeldungen mit Wirkung

Richtiges Feedback: In drei Schritten vom Kritiker zum Stichwortgeber.

Erhalten Menschen konstruktive Rückmeldungen, können sie sich weiterentwickeln. Erhalten sie keine, stagnieren sie. Rückmeldungen sind deshalb Basisinstrumente guter Führung. Allerdings: Sie werden immer noch zu selten eingesetzt. 63 Prozent der Personalverantwortlichen haben in einer Befragung angegeben, dass nichts besseren Leistungen so sehr im Weg steht wie das Unvermögen oder der Unwille von Führungskräften, schwierige Gespräche zu führen.

Herausforderungen entstehen insbesondere in „bunten“ Teams. Immerhin haben Menschen, die „uns ähnlich sind“, die besten Chancen auf qualifizierte und wertschätzende Rückmeldungen. In ihrer Gegenwart fühlen wir uns wohl, weil wir ihre Reaktion besser einschätzen können, weil wir oft einen ähnlicheren Blick auf die Welt haben und es deshalb seltener zu Missverständnissen kommt. Mit ihnen ist es leichter, kritische Themen anzusprechen, weil wir nicht befürchten müssen, überraschend in ein Fettnäpfchen zu treten.

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Radical Candor

Good managers know that they often need to be cruel to be kind. Learn how to deliver constructive feedback.

Kim Scott First Round Review

Wer hilfreiches Feedback geben möchte, muss die Perspektive anderer berücksichtigen und die eigene Rückmeldung entsprechend anpassen. Nur dadurch lässt sich sicherstellen, dass die Botschaft richtig ankommt und dass sich mit ihr arbeiten lässt. Schließlich unterscheiden sich Erfolgsstrategien, je nachdem, wer ich bin. Prägend hierfür sind persönlicher Stil, Lebenserfahrung, ob ich introvertiert oder extrovertiert bin, welche Funktion und Seniorität ich im Job habe. Aspekte wie Alter, Geschlecht oder kulturelle Herkunft spielen ebenfalls eine Rolle. Sie beeinflussen, welches Verhalten mir liegt, was ich als angemessen empfinde, wie ich vorgehen möchte. Gleichzeitig beeinflussen Stereotype und gesellschaftliche Erwartungen, was mir „abgekauft“ wird, was als akzeptabel gilt.

Der Rat ‚So würde ich es machen‘ ist wenig hilfreich, wenn zwischen mir und meinem Gegenüber 15 Jahre und zwei Hierarchiestufen liegen und unterschiedliche Kulturen uns geprägt haben.

Folgende Tipps helfen bei nötiger Kritik:

  1. Beziehen Sie sich im Feedback auf sich selbst, nicht auf das Gegenüber. Sprechen Sie über Ihre Reaktion auf die Situation. Was ist passiert? Wer hat was gesagt? Was hat das mit Ihnen gemacht? Erklären Sie, was Sie gedacht und gefühlt haben. Diese Herangehensweise ermöglicht es anderen, Ihre Perspektive zu verstehen und auf die Rückmeldung aufzubauen.
  2. Versuchen Sie nicht, Ihre Reaktion zu beschönigen. Wenn Sie Sandwich-Feedback geben, das heißt mit einer positiven Nachricht beginnen und enden, besteht die Gefahr, dass Sie gar nicht verstanden werden. Unser Gehirn ist so verdrahtet, dass es die Botschaft auswählt, die am meisten Resonanz findet. Menschen, die unsicher und selbstkritisch sind, hören nur das Negative. Menschen, die vor Selbstwertgefühl strotzen, verlassen das Gespräch hocherfreut und sind überzeugt, dass Sie restlos begeistert waren.
  3. Sich verbunden zu fühlen und Teil einer Gruppe zu sein, ist für Menschen absolut entscheidend. Entsprechend wichtig ist es, dass nicht der Eindruck entsteht, Ihr Feedback könnte die Beziehung bedrohen. Deshalb sollten Sie drei Botschaften vermitteln: a) „Du bist Teil dieser Gruppe.“ b) „Diese Gruppe ist etwas Besonderes; wir haben hohe Standards.“ c) „Ich glaube, dass du diese Standards erreichen kannst.“

Der Erfolg dieser Strategie ist mehrfach belegt. Besonders durchschlagend war er bei einem Experiment in der Schule: Schülerinnen und Schülern, denen gesagt wurde: „Ich gebe dir diese Rückmeldung, weil ich sehr hohe Erwartungen habe und weiß, dass du sie erreichen kannst“, zeigten deutliche Leistungssteigerungen und waren zudem aktiver, wenn es darum ging, die bewertete Arbeit zu korrigieren und zu verbessern.

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The Culture Code

Best-selling author Daniel Coyle unpacks the mystery of creating high-performing group cultures.

Daniel Coyle Bantam

Wer es noch einfacher will, sollte sich eines Werkzeugs bedienen, das Menschen seit Jahrtausenden motiviert: Lob. Es ist ein häufiges Missverständnis, dass Feedback vor allem dann angesagt ist, wenn es etwas zu verbessern gibt. Mindestens so wichtig ist es, gute Leistung und Erfolge zu feiern. „Das war toll! Mehr davon!“ hört jeder gern. Wer das Lob gezielt einsetzt, wird überrascht sein, wie effektiv es ist. 

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Die Feedback-Falle

Loben statt meckern – so geht Feedback richtig.

Marcus Buckingham und Ashley Goodall Harvard Business Manager

Und nun? Bei wem melden Sie sich heute noch?


Nächste Schritte:
Weitere praktische Tipps und Tricks bietet Fair führen. Das Buch wurde mit dem getAbstract International Book Award 2020 ausgezeichnet. Laut Jury liefert es „nicht weniger als das erforderliche Rüstzeug für zukunftsfähige Unternehmen – eloquent, sachkundig und inspirierend.“

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Fair führen

Führungskräfte brauchen das Vertrauen ihrer Mitarbeiter. Dazu müssen sie Fairness herstellen.

Veronika Hucke Campus Verlag
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