Bewährt und praxiserprobt – fünf erfolgreiche Managementkonzepte

Fast alles lässt sich noch besser machen. Doch manches ist bereits hervorragend – wie diese Managementansätze …

Bewährt und praxiserprobt – fünf erfolgreiche Managementkonzepte

Sicher haben Sie auch schon einmal ein altbewährtes Hausmittel ausprobiert – eben das, was Oma verwendet hat. Warum? Weil sich immer wieder gezeigt hat, dass es wirklich hilft. Übertragen auf die berufliche Welt sind diese altbewährten Hausmittel praxiserprobte Managementmodelle oder eben erfolgreiche Führungsmethoden. Fünf davon finden Sie hier kurz zusammengefasst.

1. 4C-Modell

Hierarchische Strukturen erfüllen sicher an der einen oder anderen Stelle noch ihren Zweck – in den meisten Unternehmen und Organisationen aber haben sie ausgedient. Eine Alternative zur hierarchischen ist die kollaborative Führung.

Gemeint ist damit, dass Führung nicht mehr nur die Aufgabe von einigen wenigen ist, sondern als Team- oder Mannschaftsleistung verstanden wird.

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Collaborative Leadership

Agile Führung ist kollaborativ – oder gar nicht.

Katrin Glatzel und Tania Lieckweg Haufe Verlag
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Um einen kollaborativen Führungsstil zu leben, hilft Ihnen das 4C-Modell:

  • Contribution: Es ist wichtig, dass Mitarbeiter ihre Rolle, ihren Beitrag im großen Ganzen verstehen. Als Führungskraft sollten Sie deshalb eine klare Vision vermitteln und dann den Mitarbeitern die Möglichkeiten sowie Freiräume bieten, eigenständig an der Umsetzung zu arbeiten. Fördern Sie die Selbstorganisation Ihrer Teams aktiv und bleiben Sie stets im Gespräch mit allen Beteiligten.
  • Creativity: Nutzen Sie das Wissen Ihrer Mitarbeiter und vor allem Ihre Kreativität. In einem offenen und vertrauensvollen Umfeld ist das am besten möglich. Leben Sie eine Fehlerkultur, die annimmt, dass dort, wo Menschen kreativ sind, eben auch Fehler passieren können. Ermuntern Sie Ihre Mitarbeiter auch zum konstruktiven Widerstand, denn aus Diskussionen entstehen neue Lösungsansätze. Und seien Sie ein Networker – vernetzen Sie Ihre Teams, regen Sie sie zum ständigen Austausch an.
  • Consent: Die stärksten Entscheidungen sind immer die, die im Konsens getroffen werden – also, wenn alle dahinterstehen. Das erfordert in der Regel Durchhaltevermögen und – erneut – den offenen Austausch auf Augenhöhe. Doch es lohnt sich, dranzubleiben. Diskutieren Sie im Team und finden Sie gemeinsam nicht irgendeinen Kompromiss, sondern die beste Lösung, die Sie einer gemeinsamen Vision näherbringt.
  • Communication: Seien Sie immer ansprech- und sichtbar für Ihre Mitarbeiter. Verpacken Sie das, was Sie sagen wollen, im Idealfall in Geschichten. Ihre Sprache sollte klar und verständlich sein. Und wiederholen Sie die Dinge mehrfach: Nur selten hören beim ersten Mal wirklich alle zu – Vergesslichkeit und Verdrängung sind obendrein urmenschliche Eigenschaften.

2. Holakratie 

Flexibilität und Agilität in einem Unternehmen sind nur möglich, wenn Mitarbeiter mehr Macht und Einfluss haben. Das schmeckt zwar immer noch nicht jedem, in der Praxis aber haben sich eigenständig arbeitende Mitarbeiter oder Teams absolut bewährt.

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Holacracy

Ohne Boss geht es auch: Holakratie macht jeden zum Entscheider.

Brian J. Robertson Vahlen Verlag
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Das Holakratie-Konzept treibt nun diese Entwicklung auf die Spitze – und verteilt die Macht gänzlich neu:

  1. Statt unter einem CEO, der am Ende die wichtige Entscheidung trifft (oder das letzte Wort hat), arbeitet die gesamte Organisation unter dem Dach einer Verfassung.
  2. In dieser Verfassung sind die Regeln der Organisation festgehalten und die jeweiligen Autoritäten. Diese Verfassung hat quasi ab sofort „das Sagen“.
  3. Statt Jobbeschreibungen werden Rollen definiert. Für jede Rolle gelten gewisse Regeln und Autoritätsbereiche.
  4. Um Aufgaben zu erfüllen, werden die notwendigen Rollen zu einem Kreis zusammengeschlossen. Diese Kreise sind aber keinen starren Gebilde, sondern verändern sich, schließen sich mit anderen Kreisen zusammen oder lösen sich auch wieder auf.
  5. Jeder Kreis arbeitet autonom – im Sinne der Verfassung.

3. Kanban

Bei der Kanban-Methode geht es zunächst weniger um den Mitarbeiter und seine Einflusskraft, sondern vor allem darum, wie durch entsprechende Führung ein höherer Wert für den Kunden geschaffen werden kann. Grundlage dafür ist ein entschleunigter und bewusster gelebter Arbeitsablauf.

Getreu dem Motto ‚Weniger ist mehr‘ werden Prozesse so optimiert, dass die Arbeit an den einzelnen Stationen begrenzt wird. Das verhindert Engpässe und sorgt für mehr Qualität.

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Kanban in der Praxis

Mehr Wertschöpfung durch Begrenzung der Arbeit? Kanban machtʼs möglich.

Klaus Leopold Carl Hanser Verlag
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Bei der Umsetzung von Kanban müssen Sie sich immer auf die aktuelle Situation konzentrieren, die gerade anfallende Arbeit. Modifizieren Sie sie schrittweise und holen Sie alle mit ins Boot. Kanban ist eine Teamleistung. Die folgenden sechs Schritte helfen Ihnen bei der Einführung:

  1. Machen Sie die Arbeitsschritte transparent: Welche Arbeit ist zu tun? Wie hoch ist der Durchsatz oder Output pro Zeiteinheit? Und wie lang ist die Durchlaufzeit eines Produkts?
  2. Begrenzung definieren: In welchem Rahmen wird die aktuelle Arbeitsmenge reduziert?
  3. Arbeitsfluss sicherstellen: Sorgen Sie dafür, dass vom Start bis zum Ende eines Auftrags alles rundläuft.
  4. Stellen Sie Regeln auf: Wie wird gearbeitet? Was passiert, wenn sich Prozesse ändern – welche Regeln gelten dann?
  5. Fragen Sie die Kunden: Bei der Prozessoptimierung helfen Feedbackschleifen mit den Kunden.
  6. Veränderungen umsetzen: Wenn Sie in den Prozess eingreifen, werden Sie Ihre Arbeitsweise kontinuierlich anpassen müssen.

4. Fix-This-Next-Methode

Die Bedürfnispyramide von Abraham Maslow hat auch fast 80 Jahre nach ihrer „Geburt“ nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Aufgeteilt in fünf Teilsegmente zeigt sie, was der Mensch wirklich braucht – und wie dringend. Mit der Fix-This-Next-Methode übertragen Sie dieses Konzept auf Unternehmen und Organisationen.

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Prio 1 – Die Bedürfnispyramide deines Unternehmens

Erkennen Sie die Bedürfnisse Ihres Unternehmens, und der Betrieb läuft rund – heute und in Zukunft.

Mike Michalowicz Verlag Barbara Budrich
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Die Bedürfnisse auf einen Blick und in der Abfolge ihrer Relevanz:

  • Umsatz – Basis jedes Unternehmens
  • Gewinn – Stabilisator
  • Ordnung – macht effizientes Arbeiten erst möglich
  • Einfluss – Auswirkungen auf Mitarbeiter, Kunden und Partner
  • Vermächtnis – Fortbestand der Organisation

Betrachten Sie Ihr Unternehmen in Bezug auf diese Bereiche, so können Sie die individuell zu Ihrem Unternehmen passenden und sogenannten existenziellen Bedürfnisse definieren. Im zweiten Schritt suchen Sie Lösungsansätze, die sicherstellen, dass diese existenziellen Bedürfnisse jederzeit gedeckt sind. Beginnen Sie immer mit der Basis, also dem Umsatz. Dann folgt der nächste Bereich: der Gewinn – usw.

Oft haben Veränderungen in einem Segment Auswirkungen auf den darauf aufbauenden. Arbeiten Sie sich also Schritt für Schritt weiter bis zur Spitze – eben: Fix This Next!

5. Scrum

Scrum gehört zu den am meisten praktizierten Managementmethoden in Unternehmen. Erfinder des Konzepts ist Jeff Sutherland und im Kern geht es darum, Wandel zu akzeptieren und Veränderungen produktiv zu nutzen.

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Das Scrum-Praxisbuch

Einblicke in die agile Realität: Wie Scrum Unternehmen zu einer Renaissance verhilft.

J. J. Sutherland Campus Verlag Zusammenfassung ansehen
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Scrum For Dummies

Prepare for “scrum mastery” by reviewing the basics of agile project management.

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Scrum – Einführung in der Unternehmenspraxis

Chaos bei der Produktentwicklung? Scrum schafft Abhilfe.

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Das Scrum-Prinzip

Schluss mit starren Vorgaben. Beweglichkeit ist gefragt.

Boris Gloger und Jürgen Margetich Schäffer-Poeschel Zusammenfassung ansehen

Scrum ist eine Methode, mit der Sie innerhalb kurzer Zeiträume neue Produkte entwickeln können.

Dafür verteilen Sie im ersten Schritt die folgenden drei Rollen: Product Owner, Scrum Master und Teammitglieder.

Ihr Product Owner bestimmt, welches Produkt entwickelt wird. Dies stellt er den Teammitgliedern vor, die in einem klar definierten Zeitraum, der beim Scrum „Sprint“ genannt wird, einen ersten Entwurf des Produkts fertigstellen. Damit das ohne störende Einflüsse von außen gelingt, hält Ihr Scrum Master dem Team den Rücken frei und stellt einen reibungslosen Ablauf sicher. Nach Ablauf des Sprints wird das Produkt in seinem aktuellen Zustand bewertet und es werden Verbesserungsvorschläge gemacht. Der Product Owner passt seine Idee entsprechend an, und dann erfolgt ein nächster Sprint. Bis das Produkt so gut ist, dass alle zufrieden sind – vor allem der Kunde!

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