„Wie gründe ich erfolgreich ein Start-up?“

Samuel, 23, Informatikstudent

„Wie gründe ich erfolgreich ein Start-up?“

Gemeinsam mit meinem Kommilitonen und Mitbewohner Christian habe ich eine App entwickelt, mit der sich Wohngemeinschaften besser organisieren lassen. Sie umfasst Dinge wie Putzpläne, aber auch Einkaufslisten und Kalender, in denen Urlaube, Besuche und anderes eingetragen werden kann. Ebenso lässt sich eine gemeinsame Kasse einrichten. Wir sind sehr weit in der Entwicklung – und wollen nun die nächsten Schritt gehen.

Bislang haben wir das Ganze aber in unserer Freizeit und damit ausschließlich privat durchgezogen, jetzt würden wir gerne Einführung, Vermarktung, Vertrieb und Organisation unter einen professionellen Hut bringen und denken darüber nach, ein Start-up zu gründen.

Meine drei wichtigsten Fragen

Was ist essenziell, um ein kleines solides Start-up auf die Beine zu stellen?

Geduld, Disziplin, eine detaillierte Planung sowie Menschen, die bereit sind, Sie finanziell zu unterstützen. Denn auch wenn es vielleicht an dieser Stelle demotivierend klingt, aber eine Untersuchung des Deutschen Startup-Monitors hat gezeigt, dass rund 80 Prozent der Start-ups in den ersten drei Jahren scheitern. Die häufigsten Gründe dafür:

  1. Es mangelt an Nachfrage.
  2. Kein Cash vorhanden. Stichwort: Investoren.
  3. Starke Mitbewerber.
  4. Ein falsches Team.

Es erstaunt daher nicht, dass, egal welches Buch Sie zum Thema Start-up-Strategie lesen, oder welchem Experten Sie lauschen, die wichtigste Frage die nach dem Kunden ist. Wer kauft Ihr Produkt, warum kauft er es und wie erfährt er überhaupt davon? Widmen Sie diesen Fragen viel Zeit, auch wenn Sie vielleicht annehmen, dass bei Ihrer App die Zielgruppe klar ist. Gehen Sie dabei nicht nur von Ihren eigenen WG-Erfahrungen aus, sondern recherchieren Sie gründlich, wo die Kernprobleme Ihrer Buyer Persona liegen – und vielleicht kann die App ja auch noch eine andere Zielgruppe unterstützen?

Themenkanal bei getAbstract
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Unternehmensgründung

Wer ein Unternehmen gründet, muss eine Menge stemmen – mithilfe dieser Zusammenfassungen behalten Sie die Übersicht und stellen sicher, dass in der Start-up-Phase nichts vergessen geht.

Wie Sie sagen, haben Sie und Ihr Partner wie fast alle Entwickler zunächst einmal Ihre Zeit und Ihr Geld investiert. Vielleicht haben Sie auch auf unterstützende Mittel von Familien und Freunden aufbauen können. Dennoch sollten Sie noch vor der Einführung auf die Suche nach institutionellen Investoren gehen. Auch Google ließ sich nur erfolgreich vermarkten und verbreiten, weil der Investor Andreas von Bechtolsheim bereit war, Larry Page und Sergey Brin einen Scheck über 100’000 US-Dollar auszustellen.

Unser Tipp: Guy Kawasaki, Investor und Unternehmensberater, erklärt in The Art of the Start, dass Investoren in der Regel auf Start-ups mit eingespielten Teams, erprobten Technologien und realen Verkaufserfolgen setzen, wobei Letztere für die meisten Investoren die größte Zugkraft haben. Harte Fakten überzeugen eben am schnellsten. Und spielen Sie bei der Suche nach einem Investor immer mit offenen Karten! Das bedeutet: Sprechen Sie über Stärken und Schwächen, das macht Sie am Ende glaubwürdiger.

Wie legen wir einen erfolgreichen Start hin, sprich: Einführung, Vermarktung und Vertrieb?

Ich weiß nicht, in welchem Stadium sich Ihre App befindet, aber sobald es geht, lassen Sie diese auf die Leute los. Experten sprechen hier vom Minimal Funktionsfähigen Produkt (MFP). Dann beginnen Sie mit der Feedback-Schleife: Bauen, Testen und Lernen. Wiederholen Sie das immer und immer wieder. Auch dann noch, wenn die App einmal lanciert ist. Eric Ries, Vater der Lean-Start-up-Methode, rät jedem Entrepreneur dazu, das eigene Produkt kontinuierlich den Kundenwünschen anzupassen, ansonsten sei das Start-up zum Scheitern verurteilt.

Zusammenfassung zum Thema bei getAbstract
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Apps effektiv managen und vermarkten

Eine App entwickeln und vermarkten – alles, was Sie wissen müssen.

Max Ott Springer Vieweg

Bei der Vermarktung von Apps kommt es vor allem auf die Kennzahlen an. Nutzen Sie Angebote wie das App Store Ranking, Store Page Views und Download-Zahlen. Weiter ist die Retention Rate wichtig. Vor allem aber brauchen Sie Content. Denn Push-Marketing, mit dem möglichst viele potenzielle Kunden erreicht werden sollen, ist in die Jahre gekommen. Heute gilt es, die interessierten Kunden gezielt zu kontaktieren. Das geht am besten mit Content-Marketing. Inhalt und Nutzen der App können damit in den Vordergrund gestellt werden.

Wichtig ist natürlich auch Ihr digitaler Auftritt. Dazu gehören neben einem „anmachenden“ Outfit im App-Store inklusive App-Icon, Titel, Screenshots, Beschreibungen, Schlüsselwörter und Videos auch ein eigener Webauftritt und ein einheitliches Erscheinungsbild auf den sozialen Netzwerken. Im zweiten Schritt können Sie überlegen, ob Sie und Ihr Partner mit Bloggern und Influencern kooperieren oder Anzeige via Google, Facebook & Co. schalten. Vermeiden Sie bei der Namensgebung allzu „kreative“ Wortschöpfungen – es gibt schon genug bescheuerte App-Titel, die auf -ly enden oder mit i beginnen.

Wie schaffen wir es, dauerhaft gut organisiert und erfolgreich zu bleiben? Stichwort: Nachhaltiger Unternehmenserfolg.

Natürlich braucht es auch hier zunächst einmal ein gekonntes Selbstmanagement. Und Disziplin. Auf der anderen Seite gibt es verschiedene Methoden, mit denen eine gute Grundlage für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg geschaffen werden kann. Da in Klein- oder Kleinstunternehmen oft die „menschlichen“ Ressourcen knapp sind, müsst ihr euch gut organisieren. Dabei kann die TEMP-Methode unterstützen. Diese basiert auf den vier Säulen: Teamchef, Erwartungen der Kunden, Mitarbeiter und Prozesse. Diese Methode wurde zwar schon vor einigen Jahren entwickelt, hat aber an Aktualität nicht verloren, da sie auf der einen Seite zeigt, wer für welche Aufgaben im Unternehmen zuständig ist und auf der anderen, welche Kernbereiche ständig hinterfragt und weiterentwickelt werden müssen.

Was euer Unternehmen auch auf jeden Fall braucht, ist ein gutes Immunsystem. Denn resiliente Unternehmen können potenziellen Krisen oder Zeiten, in denen es mal nicht so erfolgreich läuft, am besten die Stirn bieten. Schlüsselfaktor ist eine entsprechende Unternehmenskultur. Sie mögen vielleicht sagen: Ja, aber wir sind ja nur zu zweit. Und ich würde antworten: Ist egal, denn hinter jedem Unternehmen steht eine gewisse Mission, in jedem Betrieb stecken (gelebte) Werte – egal wie groß oder klein er sein mag. Und zweitens sollte es in Ihrem eigenen Interesse sein, zu wachsen. Tipp: Lesen Sie schon jetzt einige Bücher zum Thema Skalieren und Wachstum. Denn wenn sie erfolgreich sind, folgen die nächsten Schritte ganz von selbst, und es ist gut, darauf vorbereitet zu sein.

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