Eine Zehntelsekunde entscheidet darüber, wie Sie ankommen.

Der erste Eindruck macht den Unterschied. Und zwar auch, wenn Sie von zu Hause aus arbeiten.

Eine Zehntelsekunde entscheidet darüber, wie Sie ankommen.

Es ist nur eine Momentaufnahme, oft nicht länger als ein Wimpernschlag, doch den ersten Eindruck, den wir uns von einem anderen Menschen machen, wenn wir ihn erstmals sehen, werden wir nie wieder vergessen. Ja, mit der Zeit und in weiteren Begegnungen können wir ihn revidieren, doch ganz wieder aus der Welt schaffen, das ist schwer – sehr schwer sogar. Und was für unsere Wahrnehmung gilt, das gilt auch für die der anderen:

Was uns als Instinkt in den frühen Tagen der Menschheit nicht selten das Leben rettete, entscheidet bis heute über Existenzen – allerdings in anderer Form, nämlich beim Vorstellungsgespräch, beim ersten Date oder beim Bankberater.

Vergeigen Sie den ersten Auftritt, werden Sie es schwer haben bei allem Folgenden. Aus diesem Grund haben wir hier einige Tipps zusammengetragen, wie Sie Fettnäpfchen vermeiden, Vertrauen schaffen und andere von sich überzeugen – manchmal gar, ohne überhaupt den Mund aufzumachen.

1. Es kommt doch auf das Aussehen an

Der Anzug zu groß, das Make-up zu grell – das sind nur zwei Dinge, die beim ersten Eindruck, besonders in der Geschäftswelt, schnell zu Vorurteilen gegenüber Ihrer Person führen können. Und auch wenn beim Thema Liebe gern „die inneren Werte“ angepriesen werden – ob da „Potenzial ist“, entscheidet nicht Ihr geschickt platzierter, geistreicher Kommentar zur aktuellen Weltpolitik, sondern eher die Haltung Ihrer Schultern. Warum? Die Autoren Reiner Neumann und Alexander Ross bringen es in ihrem Buch Der perfekte Auftritt auf den Punkt:

Wir alle können schneller gucken als denken.

Ihre Optik entscheidet deshalb laut Studien zu 55 Prozent, in welche Schublade Sie bei einer ersten Begegnung gesteckt werden. Sie sollten Ihrem Aussehen somit viel Aufmerksamkeit schenken. Besonders dann, wenn Sie wissen, dass Sie auf neue Menschen treffen werden – egal ob virtuell oder physisch. Ist Ersteres der Fall, räumen Sie zuallererst das Zimmer auf, in dem Sie sitzen. Vor allem natürlich den Teil, den Ihre Kamera zeigen wird.

Tipp: Verzichten Sie zudem auf künstliche Hintergründe und versuchen Sie nicht, fehlendes Wissen durch ein vollgestopftes Bücherregal in Ihrem Rücken zu kompensieren.

Dann: Pflegen Sie Ihre Haare, Hände und Haut! Hören Sie mit dem Nägelknabbern auf und rupfen Sie sich diese bereits an der Oberlippe kitzelnden Haare aus der Nase. Ja, die Webcams sind mittlerweile so gut, dass man sie sieht.

Verzichten Sie vor allem im Arbeitsleben auch auf Folgendes:

Frauen

  • Verzichten Sie auf einen Taschen-Overkill: Handtasche oder Aktentasche oder Laptoptasche oder Köfferchen.
  • Grundsätzlich gilt auch bei anderen Accessoires und Gadgets: Weniger ist oft mehr.
  • Dufte sollte nur das Gespräch sein, nicht Ihr Parfüm.
  • Kleider: Lieber elegant und gepflegt als ungepflegt-ignorant. Wer sich nicht entscheiden kann, setzt aufs ideale Mittelmaß zwischen bieder und reizend.
  • In und auf High Heels muss man zuerst laufen können. Können Sie das nicht: Zehen weg!
  • Zwängen Sie sich nicht ein: Eleganz strahlt nur aus, wer sich in seinem Dress sicher und wohl fühlt.

Männer

  • Unpassend ist Kleidung nicht erst, wenn Sie sich an einem Abendanlass in Turnschuhen lächerlich machen. Unpassend ist sie vor allem, wenn sie rutscht, schlabbert, irgendwo aufliegt oder kneift. Bringen Sie entweder Ihren Bauch oder den Stoff in Form. Am besten beides.
  • Zum Stoff: Muster überlassen Sie künftig der Kreativabteilung!
  • Investieren Sie in anständiges Schreibwerkzeug und eine ordentliche Ledertasche.
  • Schlips darf sein – die „Rotes Lätzchen“-Welle ist aber sogar in den USA nun wieder vorbei.
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Zusammenfassung (Buch)

Der perfekte Auftritt

Erinnern Sie sich an Hilmar Kopper und seine „Peanuts“? Oder Josef Ackermanns Victory-Zeichen? Solche öffentlichen Peinlichkeiten sollten Sie sich ersparen!

Reiner Neumann und Alexander Ross Murmann Verlag
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Sie wollen gar das gewisse Etwas ausstrahlen? Dann kaufen Sie sich als Mann lieber einen guten, richtig sitzenden Anzug als viele minderwertige, und investieren Sie als Frau in ein schönes Schmuckstück, statt sich mit günstigem Deko-Bling-Bling zu behängen.

2. Treffen Sie den Ton

Weitere 38 Prozent des ersten Eindrucks macht unsere Stimme aus. Auch wenn das nur wenige wissen: Wie beim Aussehen können wir auch hier „nachbessern“, wenn wir wollen. Mit Stimmbildung und -training können Sie Ihren Körper ganzheitlich schulen. Es braucht das Gehirn, die Lunge, den Kehlkopf, den Mund, die Zunge, die Lippen und die Zähne dazu. Auch die Ohren und die Körperhaltung werden dabei trainiert – was sicher zeitaufwändig, aber für Ihr allgemeines Selbstwertgefühl auch enorm unterstützend sein kann.

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Zusammenfassung (Buch)

Die Macht der Stimme

Ihre Stimme ist ein mächtiges Werkzeug. Üben Sie, und die Wirkung wird Sie überraschen.

Ingrid Amon Redline Verlag
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Sie wollen schnelle Effekte? Die Grundlage für eine gute Tonlage und klare Aussprache ist Ihre Atmung – schenken Sie in diesem Zusammengang Ihrem Zwerchfell viel Aufmerksamkeit. Trainieren Sie, schnell ein- und lange auszuatmen, das unterstützt eine flüssige Aussprache. Spielen Sie auch mit Stimmfarben, Stimmlagen und Rhythmen; und tun Sie das in sogenannten ABCD-Übungen (Auto, Bad, C[K]lo und Dusche) – also ohne Publikum. Gönnen Sie sich für einige Wochen einen Sprachtrainer und nehmen Sie das Sprachtraining wichtig – Sie werden überrascht sein, was sich mit einer kontrollierten Stimme alles erreichen lässt.

3. Denken Sie immer daran, wo Sie sind und mit wem Sie sprechen

Sicher gibt es den guten Ton, aber auch der passende darf nicht unterschätzt werden. Machen Sie sich immer bewusst, in welchem Kontext Sie sprechen. Und fragen Sie sich, welches Ziel Sie mit diesem Gespräch, mit Ihrer Rede, Ihrer eigenen Präsentation erreichen wollen. Kurz: Wer sitzt oder steht vor Ihnen?

Klarheit ist in allen Situationen wichtig. Und kurze, prägnante Sätze sind immer gewinnend.

Die Wahl der richtigen Worte und der richtigen Tonlage ist besonders relevant, wenn es einmal hoch hergeht in einem Gespräch. Dann ist zu beachten:

  • Unterscheiden Sie in schwierigen Gesprächen zunächst immer zwischen Person und Standpunkt.
  • Werden Sie nicht persönlich.
  • Bleiben Sie sachlich und respektvoll.
  • Greifen Sie niemanden verbal an, und vermeiden Sie blöde Sprüche – vor allem, wenn Sie sich grad ganz sicher sind, damit den Abend zu retten.
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Zusammenfassung (Buch)

Die Kunst des Miteinander-Redens

Je schwieriger der gesellschaftliche Dialog, desto wichtiger ist er.

Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun Carl Hanser Verlag
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Im Buch Die Kunst des Miteinander-Redens raten die Autoren Bernhard Pörksen und Friedemann Schulz von Thun auch zu einer präzisen Unterscheidung zwischen Verstehen, Verständnis und Einverständnis. Gemeint ist, dass Sie mit dem Gesagten des Gegenübers nicht immer einverstanden sein müssen. Sie können aber versuchen, Verständnis aufzubringen. Denn: Nur so bleiben Sie im Dialog!

4. Haben Sie Mut (und stehen Sie für sich und Ihre Themen ein)

Verständnis für die Positionen und Respekt gegenüber anderen zu zeigen, bedeutet nicht, dass Sie Ihre eigene Meinung für sich behalten müssen. Auch in einem ersten Gespräch sollten Sie zu Ihren Ansichten stehen. Lesen Sie dazu die Interviews mit Manuela Rousseau, die als erste Frau im Vorstand eines deutschen Großkonzerns aktiv wurde, und Jens Weidner, der Manager und Managerinnen in Bezug auf ihre Durchsetzungskraft schult:

5. Zeigen Sie Interesse am Gegenüber (ohne zu heucheln)

Und abschließend noch ein Tipp, der zwar Selbstverständlichkeit sein sollte, aber oft vergessen wird: Zeigen Sie Interesse! Das beginnt schon lange vor einem Treffen: Gehen Sie nie unvorbereitet in ein Gespräch. Erkundigen Sie sich im Vorfeld, was Ihr Gegenüber antreibt und bewegt. Lernen Sie vor einem Vorstellungsgespräch nicht Antworten auf irgendwelche Fragen auswendig, sondern stellen Sie selbst gut vorbereitete Fragen zum Unternehmen. Dasselbe beim Date: Es gibt nichts Aufdringlicheres als Menschen, die die ganze Zeit nur von sich erzählen. Fragen Sie die oder den anderen nach Interessen, nach Wünschen und Vorstellungen. Das nennt sich Wertschätzung.

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Zusammenfassung (Buch)

Das Wunder der Wertschätzung

Das Gegengift zur digitalen Vereinsamung: Wertschätzung.

Reinhard Haller Gräfe und Unzer Verlag
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Wenn Sie die bereits im ersten Augen-Blick schenken (können), stehen die Chancen gut, dass Ihnen ebenfalls Aufmerksamkeit geschenkt wird – und erste Eindrücke schon bald von vielen weiteren ergänzt, und, im Notfall, auch überlagert werden.

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