Rituale braucht der Mensch

In der Pandemie sind viele der uns sonst durch den Alltag begleitenden Rituale weggebrochen. Statt diesen nachzutrauern und auf die „guten alten Zeiten“ zu hoffen, sollten Unternehmen die Chance ergreifen, den Menschen neue Rituale zu ermöglichen.

Rituale braucht der Mensch
Trister, grauer Alltag, fehlende Rituale können die Ursache sein.

Am Anfang der Pandemie fand ich es – ehrlich gesagt – irgendwie entspannend, dass sich mit dem Rat zum Abstandhalten auch das Dreiküsschenritual erübrigt hatte. Als dann aber auch noch Umarmungen wegfielen und selbst der Handschlag nicht mehr geduldet wurde, entstand beim Begrüßungsmoments mit Menschen irgendwie eine komische Leere. Es fehlte etwas. Als ich nun den neuen Fjord Trend Report 2021 las, hatte ich genau diese Situation vor Augen. Denn einer der sieben vorhergesagten Trends, setzt genau hier an: Unternehmen müssen die durch Corona verlorengegangenen Rituale ersetzen indem sie entsprechende Angebote schaffen.

Marken sollen in diesem Jahr für die Menschen neue Rituale kreieren, die die Leerstellen ausfüllen, die durch den Wegfall von zahlreichen und teilweise liebgewonnen Gewohnheiten wie auch Standards entstanden sind.

Beispiele für den Wegfall von liebgewonnenen Gewohnheiten wie auch Standards gibt es reichlich. Familienfeste anlässlich von Fest-, Geburtstags- oder Jubiläumstagen dürfen derzeit gar nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden – gleiches gilt für Firmenevents. Spontanes AfterWork mit Kollegen fällt aus. Sportstudios sind geschlossen, Shoppingtouren unter Freunden sind unmöglich. Und auch die kleinen Rituale wie vielleicht der Kaffee to-go am Morgen verbunden mit einem kleinen Plausch mit dem Lieblingsbarista oder der Kinoabend jeden zweiten Donnerstag im Monat, auch die sind derzeit nicht oder eben eingeschränkt erlaubt und niemand kann sagen, wann das alles wieder auf Dauer stattfinden kann. Das frustriert und sorgt für schlechte Laune.

Neue Rituale schaffen

Im Jahr 2021 haben Unternehmen daher nun die Chance, neue Rituale für uns alle zu schaffen, heißt es in dem neuen Report. Gewarnt wird aber jedoch auch vor einer Markenverwässerung. Denn jetzt in wilden Aktionismus auszubrechen und irgendwelche neuen Dienstleistungen und Angebote zu kreieren, ist auch nicht der richtige Weg. Vielmehr ist es wichtig, dass Sie sich als Marke, als Unternehmen fragen, gibt es vielleicht schon Gewohnheiten und Rituale, bei denen Menschen Dienstleistungen oder Waren benutzen, die Sie selbst anbieten? Oder gibt es Probleme, bei denen Ihre Produkte/Dienstleistungen eine Lösung sein könnten? Auf der anderen Seite lässt sich das Pferd auch von hinten aufzäumen: Wofür steht Ihre Firma, Ihre Marke und wie lässt sich dies in ein Ritual verpacken? Das Schöne dabei: Corona hat die Welt auf den Kopf gestellt, so dass kein Angebot quasi zu ver-rückt sein könnte.

Legen Sie also los und seien Sie kreativ! Sicher ist die Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen eine komplexe Sache, doch es gibt verschiedene Ansätze, mit denen man Schritt für Schritt Innovationen erschafft. Einige davon haben wir Ihnen in einem anderen Artikel schon einmal vorgestellt, weitere finden Sie hier zusammengefasst:

Produktentwicklung – und das schnell

Traditionell benötigt Produktentwicklung Zeit: Eine erste Idee, dann ein Business Case, Strategiepläne und Anforderungskataloge, Umsetzung, Testphase, Modifikation… Wer in der schnelllebigen (Technologie-)Welt mithalten will, der wird mit einer derartigen Vorgehensweise ziemlich schnell an seine Grenzen stoßen. In seinem Buch Inspiriert rät Marty Cagan daher den Unternehmen, sich von dieser Einer-nach-dem-anderen-Vorgehensweise zu verabschieden und stattdessen gemischte Teams aufzustellen, damit alle gleichzeitig an der Idee und deren Umsetzung arbeiten können. Eben alle auf einmal und alle zusammen, um das große Ganze zu erschaffen und die Probleme der Kunden zu lösen.

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Zusammenfassung (Buch)

Inspiriert

Ein neuer Ansatz für die Produktentwicklung.

Marty Cagan Wiley-VCH
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Produktentwicklung – und das ganz agil

Wer „agil“ seine Produkte und Dienstleistungen entwickeln möchte, sollte in Zeitabschnitten von 14 Tagen kalkulieren. Innerhalb dieser zwei Wochen entwickelt ein Team bestehend aus Product-Owner, Entwicklern und Agil-Coach mittels sogenannter Sprints – eben kurze produktive Phasen – eine Innovation. Wer dabei welche Rolle übernimmt und wie Sie diese 14 Tage effektiv planen und detailliert umsetzen, hat Axel Schröder in seinem Buch erklärt. Für Sie in Kürze die wichtigsten Inhalte in unserer Bibliothek:

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Zusammenfassung (Buch)

Agile Produktentwicklung

Schnellere Entwicklung, weniger Fehler, zufriedene Kunden und Mitarbeiter – mit Agile.

Axel Schröder Carl Hanser Verlag
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Produktentwicklung – und dabei einen Köder nutzen

In seinem Buch Hooked beschreibt Nir Eyal, wie Sie es schaffen, Kunden auf Dauer an sich zu binden, oder eben, wie Sie Produkte erschaffen, die Kunden begeistern. Er teilt die Produkte dabei in „Schmerztablette“ – Produkte, die ein Problem lösen – und „Vitamine“ – Produkte, die einfach Spaß machen – ein. Zwei schöne Metaphern, die die anschauliche Darstellung des Themas innerhalb dieses Buches widerspiegeln. Eyals zentraler Vorschlag: Damit die Kunden auf Ihr Produkt aufmerksam werden, müssen Sie einen Köder auswerfen. Im Idealfall beißt sich der Kunde daran fest und bleibt Ihnen dauerhaft erhalten.

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Zusammenfassung (Buch)

Hooked

Kunden sollen nicht kaufen wollen – sondern kaufen müssen!

Nir Eyal Redline Verlag
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Produktentwicklung – und dabei Innovationen managen

Innovationen basieren innerhalb von Organisationen und Unternehmen in den meisten Fällen nicht auf Geistesblitzen eines Kreativen, sondern entwickeln sich langsam und oftmals auch unauffällig. Gemeint ist damit, dass sich Produkte und Dienstleistungen aufgrund von Kundenansprüchen oder neuen Technologien immer und immer wieder modifizieren und so immer besser werden. Mittels einer fundierten Innovationsstrategie und einem entsprechen zusammengesetzten Innovationsteam, lassen sich diese Entwicklungen jedoch gezielt managen und damit effektiv vorantreiben. Wie das geht? Lesen Sie selbst:

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Zusammenfassung (Buch)

Innovationen auf den Weg bringen

Wie man Innovationen im Unternehmen systematisch fördert und steuert.

Erik Nagel, David Griesbach, Stephanie Kaudela-Baum, Pierre-Yves Kocher, Jens O. Meissner, Seraina Mohr und Christian Wunderlin Versus Verlag
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Und wenn Sie das Thema interessiert, schauen Sie doch auch in unser Interview mit Ingrid Gerstbach zu den Themen Kollaboration und Innovationen hinein:

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